Denkmal
Lange Zeit waren die Leiden der Häftlinge von "Schlier" kein öffentliches Thema in Zipf. Lediglich das technisch Bemerkenswerte an der deutschen Raketenrüstung fand Beachtung, war doch sogar Wernher von Braun höchstpersönlich einmal hier gewesen! Erst 1985 kam es nach vielen Querelen zur Errichtung des Denkmals.
Seit längerem hatten die ehemaligen französischen Häftlingen, allen voran Dr. Paul Le Caer aus Deauville, die Anbringung einer Gedenktafel gefordert. Eine Platzierung auf dem ehemaligen Lagergelände kam nicht in Frage. Die Gedenktafel sollte auch nicht bei der Brauerei angebracht werden, obwohl die Häftlingsarbeiten auf derem Areal die meisten Opfer gefordert hatten, - man fürchtete um den Absatz des Zipfer Bieres. Auch in Neukirchen a.d. Vöckla war die Stimmung gegen ein Denkmal im Gemeindegebiet. Pfarrer und Pfarrgemeinderat von Zipf wollten es ebenfalls nicht an markanter Stelle im Friedhof stehen haben, auch nicht auf dem Kirchplatz..... Nach seltsamen Entscheidungsprozessen kam es schließlich zur Aufstellung eines Denkmals, das etwas abseits der Kirche straßenseitig auf einem Grundstück, welches bereits Gemeindegebiet von Vöcklamarkt ist, errichtet wurde. Die Brauerei stellte nun sogar das Grundstück zur Verfügung; Dr. Beurle von der Brau-AG unterstützte die Errichtung des Denkmals finanziell.

Der verhüllende Text (In der Nähe befand sich... Politische Häftlinge... wurden hier in der Kriegsindustrie der Nationalsozialisten eingesetzt) zeigt aber deutlich die Handschrift des Verschweigens. Noch 1991 verzögerte die zuständige Behörde in grotesker Weise die Aufstellung von Hinweisschildern.
Alljährlich um den 6. Mai finden hier, organisiert von "Mauthausen aktiv Vöcklabruck", Gedenkfeiern statt, zu denen eine Delegation der "Amicale Nationale des Déportés et Familles de Disparus de Mauthausen et de ses Commandos" aus Frankreich anreist.