Der Trafobunker

Die für den Testbetrieb benötigten Stromstärken machten die Aufstellung eines eigenen 70 Tonnen schweren Transformators nötig. Dafür baute man einen großen Betonbunker, der als Heustadel getarnt war.

Trafo-Matejka
Trafobunker mit Resten der Bemalung

Eine große Wiese des "Pohnhofes" der Familie Mayr-Hohensinn (heute: Schausberger) wurde für diesen Zweck beschlagnahmt. Theresia Schausberger erinnert sich an den überfallsartigen Vorgang: Es war ein schöner Sommertag 1943, meine Mutter, Schwester und ein Knecht (Ukrainer) und ich waren gerade auf dem Feld beim Kleehüfeln, da kamen ein paar Militärlastwagen und ein PKW zu uns auf das Feld gefahren. Ein furchtbar energischer SS-Funktionär erklärte uns kurz und barsch, diese Wiese sei ab sofort für militärische Zwecke beschlagnahmt. Wir hätten noch zwei Tage Zeit, unser Heu wegzuräumen, dann wird das ganze Gelände abgesperrt. Unser Vater kam arg in Streit mit diesen Herrschaften, und dies hatte auch seine Folgen [Er wurde später in Untersuchungshaft genommen.], aber es war entschieden. Von diesem Tag an wurde uns bis zum Kriegsende Härte um Härte aufgezwungen.

In skandalöser Weise wurde die Rückgabe der Liegenschaft bis 1955 verzögert; durch einen Vergleich kam die Familie Schausberger dann auch in den Besitz des Betonbunkers, der zudem die sterblichen Überreste eines unter Beton begrabenen Häftlings enthält.