Schloß Tirol

Erster Höhepunkt

Nach der Mitte des 12. Jahrhunderts wird die Burg unter den Brüdern Albert II. und Berthold I. nach verändertem Konzept neu errichtet. Es entstehen vor allem die Prunkbauten, Südpalast und Kapelle, in der Bausubstanz nur etwas niedriger als wir sie sehen.

Unter Kaiser Barbarossa trat ein neues Element in der Burgarchitektur auf: die Verschmelzung von kaiserlicher Pfals im Sinne Karls des Großen als Residenz und Verwaltungssitz mit der bisherigen wehrhaften Ringburg. Dazu gehören die Palasbauten mit ihren durch Fensterarkaden aufgebrochenen Schauseite nach außen und innen und mit angeschlossenen zweigeschossigen Palastkapellen. Ohne diese Vorbilder der staufischen Kaiserpfalzen und Reichsministerialenburgen ist der Bau des gewaltigen, 23m langen und 11m breiten Südpalast nicht vorstellbar. Dazu kamen Anregungen aus dem Süden. Albert III. dürfte als Teilnehmer an den Italienkreuzzügen Barbarossas in Pavia die lombardische Steinmetzkunst kennengelernt haben. In der Folge sind auf Schloß Tirol lombardisch geschulte Bauleute, vielleicht aus dem Vinschgau, am Werk.

Charakteristisch für die zweite Bauphase ist ein sorgfältig gefugtes Mauerwerk aus sauber gearbeiteten Quadern.


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