Als im frühen 15. Jahrhundert die Abgesannten des Königs Sigismund den Tiroler Ständen nahelegten, ihrem Herzog Friedl abzuschwören und dem König zu huldigen, bekamen sie zur Antworten, Tirols Stände seien von Alters gewohnt, nur jenem Fürsten zu huldigen, der das Schloß Tirol innehat. Diese Begebenheit zeigt, welche Bedeutung das Stammschloß Tirol im Gedankengut der Bevölkerung einnahm. Heute liegt die Glanzzeit des Schlosses und der mit ihm verbundenen geschichtlichen Ereignisse weit zurück. Die Symbolkraft von Schloß Tirol ist aber bis auf den heutigen Tag ungebrochen.
Im Jahre 1974 ist Schloß Tirol vom italienischen Staat, in dessen Besitz es infolge der Teilung Tirols nach 1918 übergegangen war, dem Land Südtirol übergeben worden. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde es am 1. Juli 1984 im Rahmen einer feierlichen gemeinsamen Sitzung der beiden Landtage von Tirol und Südtirol wiederum den Besuchern zugänglich gemacht; bei dieser Veranstaltung kam der Wunsch zum Ausdruck, Schloß Tirol seiner Bedeutung entsprechend als historisches Erbe zu erhalten. Zu diesem Zweck soll dort eine Stätte geschaffen werden, an welcher die Vergangenheit Tirols, seine Landesgeschichte und Archäologie ausgestellt werden.