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Was geht uns die Geschichte an? Den Holocaust im 21. Jahrhundert unterrichten

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„Was geht uns die Geschichte an?“ Die Schülerinnen und Schüler der 4M gestalteten mithilfe der Materialien von Yad Vashem, „The International School for Holocaust Studies“, eine Ausstellung über vier Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus.

Gad Beck:

Gad Beck wurde 1923 in Berlin geboren und wurde sowohl christlich als auch jüdisch erzogen. Auf die zunehmende Ausgrenzung und Diskriminierung der Berliner Juden reagierte Gad Beck, indem er sich verstärkt dem Zionismus zuwandte und sich in einer jüdischen Untergrundorganisation engagierte, die u. a. illegal im Versteck lebenden Juden half. Gad Beck, der sich früh zu seiner Homosexualität bekannte, emigrierte 1947 gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Palästina, später Israel. 1978 kehrte er nach Deutschland zurück.

Das Frauenorchester in Auschwitz:

Anhand der Biographie von Anita Lasker-Wallfisch wird das Auschwitzer Frauenorchester vorgestellt. 1943 wurde Anita Lasker-Wallfisch nach Auschwitz deportiert. Zuvor musste sie Zwangsarbeit verrichten und half Dokumente der französischen Kriegsgefangenen zu fälschen, um diesen zur Flucht zu verhelfen. In Auschwitz traf Anita auf Alma Rosé (geb. 1906). Alma Rosé gelang es dank ihrer exzellenten Ausbildung zur Violonistin, aus einer Gruppe von überwiegend Laienmusikern ein Ensemble zu formen, dessen musikalische Leistungen von der deutschen KZ-Führung durchaus gewürdigt wurden. Alma Rosé erlebte das Kriegsende nicht, Anita Lasker-Wallfisch sagte später als Zeugin im Bergen-Belsen Prozess aus. Sie lebt heute mit ihrem Mann in London und gibt Vorträge zum Thema Holocaust.

Sally Perel:

Sally Perel (geb. 1926) ist ein deutscher Jude, der in Peine aufwuchs. Seine Familie floh vor den Nationalsozialisten nach Polen, nach dem Einfall der Deutschen wurden sie ins Ghetto Lodz eingewiesen. Sally und sein großer Bruder versuchten in Richtung Osten zu fliehen. Dabei geriet Sally bei Minsk in die Hände von Wehrmachtssoldaten, die ihm jedoch seine Lüge, er sei Volksdeutscher, glaubten. Sally erschuf sich innerhalb weniger Sekunden eine neue Identität. Er war mit der Wehrmacht an der Front, kam später in ein Ausbildungsheim der Hitlerjugend in Braunschweig. Sally Perel lebt in Tel Aviv und besucht regelmäßig Schulen in Deutschland, um mit Jugendlichen über seine Geschichte zu sprechen.

St. Louis:

Im Geschichtsalbum St. Louis werden drei Biographien dokumentiert, die sich schicksalhaft mit der Fahrt der St. Louis verknüpfen. Einem Schiff, auf dem im Mai 1939 über 900 jüdische Menschen versuchten, von NS-Deutschland nach Kuba auszureisen. Die kubanische Regierung erklärte die Einwanderungspapiere der jüdischen Flüchtlinge für ungültig und ließ sie nicht an Land gehen. Die Flüchtlinge fanden durch den Einsatz von Kapitän Gustav Schröder Aufnahme in den Ländern England, Frankreich, Belgien und Holland.

 

Wie ging es den Schülerinnen und Schülern mit der Arbeit an den Biographien?

Sophia: Die Arbeit war gar nicht so einfach, weil es so viel Information gab, aus denen man sich das Wichtigste heraussuchen musste, aber die Arbeit war auch sehr spannend, weil man in eine ganz andere Welt eintauchen konnte.

Anna E.: Das europäische Schiff St. Louis wollte während des Zweiten Weltkriegs jüdische Flüchtlinge nach Kuba bringen, bekam aber keine Genehmigung zum Anlegen und musste die Flüchtlinge wieder zurückbringen.

Ich fand es spannend und interessant, sich ein unbekanntes Thema selbst zu erarbeiten und anhand verschiedenster Tagebücher und Notizen herauszufinden, was damals geschah.

Klara: Vor allem war es spannend, echte Geschichten, die man noch nie zuvor gehört hat, auf seine eigene Art und Weise in der Gruppe zu bearbeiten und anschließend den anderen vorzustellen.

Vici: Die Geschichte von Sally Perel war spannend und mitreißend, und was er getan hat, war wirklich mutig. Es war sehr interessant, anhand des Paketes über das Leben des jüdischen Mannes zu erfahren, darüber zu sprechen und sie zusammenzufassen.  

Celi und Lili: Das Projekt war sehr interessant. Auf den Karten befanden sich sehr viele Informationen und wenig Zeitangaben, weshalb es schwierig war, diese zusammenzufassen.

Juliane: Es war ein Projekt über eine sehr schlimme Zeit, trotzdem war es spannend und interessant, mehr über die Geschichte der St. Louis zu erfahren.

Andi: Mir hat das Projekt viel Spaß gemacht, da man viel über früher erfuhr.

Nora: Ich fand das Thema der St. Louis und die Geschichte der Menschen auf dem Schiff, die wieder zurück in die Länder mussten, in denen sie verfolgt wurden, sehr interessant. 

Hanna P.: Mir hat das Projekt gefallen und ich habe es sehr interessant gefunden. Diese Geschichte der fünf Frauen hat mich sehr mitgenommen und ich habe es genossen mich damit zu beschäftigen. 

Rafaela: Ich fand Sally Perels Geschichte sehr interessant. Die Erlebnisse, die er und viele andere Menschen damals erfahren mussten, sind sehr schockierend. Ich fand auch das Projekt sehr hilfreich, da es mir leichter fiel, mir die Kriegszeit vorzustellen. 

Maya: Ich bin sehr beeindruckt, was Sally Perel in seiner Jugendzeit alles erlebt und durchgemacht hat und dass er vor allem trotz der starken Propaganda seine jüdischen Werte nicht verloren hat. 

Flora: Mich hat dieses Thema sehr bewegt, da ich selbst musiziere und mir nicht vorstellen könnte, unter solche Umständen Musik zu praktizieren. 

Hannah P.: Nur wenige Menschen überlebten den Holocaust, darunter einige Musikerinnen des sogenannten Frauenorchesters von Auschwitz. Ich habe das Projekt sehr interessant und bewegend gefunden, da ich selbst musiziere und es mir unter diesen Umständen sehr schwerfallen würde. 

Luise: Ich persönlich habe es äußerst interessant gefunden, mich mit dieser spannenden Geschichte zu befassen.

Lora: In meiner Gruppe arbeiteten wir an dem Thema „Die Irrfahrt der St. Louis“. Wir informierten uns vor allem über die Passagiere, den Kapitän und wichtige Daten über das ganze Ereignis. Ich fand es sehr interessant und spannend sich über ein Thema rund um den Zweiten Weltkrieg zu informieren. Weiters hat es mir sehr viel Spaß gemacht und man konnte viel dabei lernen.  

Anna J.: Ich fand das Ausarbeiten der Mappe mit allen Informationen sehr interessant und ich habe mir sicherlich mehr zu dem Thema gemerkt, als wenn es mir jemand erzählt hätte.

Hanna M.: In meiner Gruppe diskutierten wir über die Irrfahrt der St. Louis. Wir setzten uns mit den Passagieren, dem Kapitän und anderen wichtigen Personen auseinander. Generell fragten, lasen, informierten und recherchierten wir sehr viel über dieses Ereignis. Ich fand es sehr spannend und interessant. Es war eine gute Abwechslung, in einer kleinen Gruppe ein Thema auszuarbeiten. Es hat Spaß gemacht.

Esther: Ich fand die Geschichte von Gad Beck sehr interessant, das Bild zu der Geschichte war ein Tagebuch und ich finde es faszinierend, dass in einem so kleinen Buch, ein so großes Stück Geschichte stecken kann. Am Anfang war es sehr schwer, die ganze Geschichte nachvollziehen zu können und zusammenzufassen, aber nachdem man die Zusammenhänge gefunden hat, war alles noch viel spannender. 

Laura: Mir hat das Projekt sehr gefallen, weil man viel dazulernen konnte.

Andrea: Das Frauenorchester Auschwitz war ein Häftlingsorchester im KZ Auschwitz-Birkenau. Die Mitglieder des Orchesters waren ausschließlich Frauen. Vielen rettete die Aufnahme ins Orchester das Leben, weil sie somit vor dem Tod in den Gaskammern bewahrt wurden. Ich fand das Projekt sehr interessant, auch wenn es anfangs einige Komplikationen gab. Es war irgendwie ungewohnt, die Informationen selbst ordnen zu müssen, weil die Texte und Bücher, die wir normalerweise lesen, alle schon gegliedert sind. Trotz der Startschwierigkeiten hat es mir viel Spaß gemacht, weil ich mich ein bisschen wie eine Historikerin gefühlt habe.  

Elisabeth: Sally Perel ist ein jüdischer Junge, der mit viel Glück, unvorstellbarem Durchhaltevermögen und einem großen Talent im Lügen den Holocaust überstanden und es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Hass zwischen zwei Religionen mit langer, verfeindeter Geschichte, zu überwinden. Ich habe großen Respekt vor Sally Perel und seiner beeindruckenden Geschichte und bewundere ihn für seinen Mut sowie seine Weisheit.

Mike: Ich fand die Gruppenarbeit sehr interessant, weil ich mich sehr für diese Zeit interessiere und weil vor allem die Geschichte des Schiffes „St. Louis“ für mich sehr faszinierend ist. Es hat mir nähergebracht, dass die Zeit und die Geschichte des Zweiten Weltkrieges noch nicht so lange vergangen sind, als ich mir immer gedacht habe, da manche Zeitzeugen noch immer leben. 

 

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