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Lernen – leisten – leben
Gemeinsam, nicht einsam!


 

 

 


 

O SO-LE MIO“ -Soziales Lernen – Psychosoziales Netzwerk in der Landwiedschule

Gewaltprävention, Kommunikation, Suchtprävention, wertschätzender Umgang miteinander, Außenseiterproblematik, Mobbing, Konzentrationsschwächen, Leistungssteigerung,.... all das sind Begriffe, die  auch im täglichen Schulbetrieb eine Rolle spielen.

Nun, was kann die Institution Schule dazu beitragen, dass das Klima und das Miteinander so gestaltet sind, dass Kinder gerne in die Schule gehen, dass dem entgegengewirkt werden kann?

„Kinder sind überfordert, wenn sie sozial aufholen und gleichzeitig Wissen aufnehmen müssen“ (Christine Spiel, Profil, 16.7.07)

Das heißt für mich, dass Kinder, die im sozialen Bereich Schwierigkeiten haben, auch beim Lernen Schwierigkeiten zeigen. Sie können oft nicht aufmerksam sein, weil ihr Fokus im Moment auf anderes gerichtet ist. Z.B.: Wie kann ich mich gegen meine angreifenden Kameraden wehren, wie erkämpfe ich mir eine geachtete Stellung im Klassenverband, wie mache ich auf mich aufmerksam, um Beachtung, Zuwendung zu bekommen etc.

Gehe ich von der Erwachsenenwelt aus, dann kennen wir das genauso: Fühlen wir uns an unserem Arbeitsplatz wohl, ist unser Platz in der Gemeinschaft klar, werden wir wertgeschätzt, … dann können wir gute Leistungen erbringen.

Die Schule ist der Arbeitsplatz der Kinder und für sie gilt das Gleiche.

Wir Lehrer/innen bemerken immer öfter, dass Kinder mehr von uns fordern, mehr von uns brauchen, weil sie in dieser unserer Zeit überfordert sind, schnell in den verschiedensten Bereichen lernen müssen und nicht mehr ihrem Alter gemäß mit Dingen konfrontiert sind, die sie nicht oder nur schwer bewältigen können.

Wir Lehrer/innen sollen also die Kinder mit ihren Problemen annehmen, ihnen helfen, sie „psychologisch“ betreuen, ihnen Benimmregeln und Höflichkeit zu all dem Wissen beibringen und Präventionsarbeit leisten. Eine schier unlösbare Aufgabe!

Daher habe ich mir in den letzten Jahren zum Ziel gesteckt, meine Arbeit als Deutschlehrerin auszuweiten und Präventionsarbeit zu leisten. Ich habe eine Coachingausbildung, den NLP-Practitioner und Master, bin diplomierte Kinder- und Jugendmentaltrainerin und blicke auf jahrelange Arbeit des „Sozialen Lernens“ an der Schule zurück. Weiters bin ich Vertrauenslehrerin und stehe allen Schülern in meiner SOLE-Sprechstunde zur Verfügung.

Es läuft zurzeit ein Projekt an unserer Schule, bei dem immer mehr Klassenvorstände/innen „Soziales Lernen“, genannt SOLE, unterrichten. Nach einer schulinternen Lehrerfortbildung haben diese Lehrer/innen auch die Fähigkeit, mit ihren Schülern präventiv zu arbeiten, in Sesselkreisen Probleme zu besprechen, wertschätzenden Umgang zu pflegen, Konfliktlösungen zu finden und zu erproben und in Folge ein besseres Lebens- und Lernklima zu schaffen.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass es nicht möglich ist, in dem Rahmen, in dem wir unterrichten, völlige und dauernde Kofliktlosigkeit zu erreichen -  wo so viele Menschen zusammen sind wie in unserer Schule, ist das unmöglich, aber der Umgang mit Konflikten und Aggressionen wird durch diese Arbeit ein anderer, ein besserer. Wir haben schon sehr sehr gute Ergebnisse und Veränderungen in den einzelnen Klassen erreichen können.

Weiters haben wir nun vor, Vertrauensschüler in Mediation auszubilden, damit sie Schülerinnen und Schüler gezielt unterstützen können.

Mein – unser Ziel ist es, eine Schule zu schaffen, in der Konflikte konstruktiv gelöst werden, in der sich die Schülerinnen und Schüler wohl fühlen, in der wertschätzend miteinander umgegangen wird, in der Mobbing keine Chance hat, in der das Lernen Spaß macht, in der neben Wissen auch Werte vermittelt werden, in der Schwache gefördert und nicht ausgespottet werden, in der Begabte ihre Stärken leben können und gefördert werden, in der alle miteinander Spaß haben, sich ernst genommen und angenommen fühlen.

Das ist die beste Prävention gegen Gewalt und Sucht.

SOLE kann der Beitrag einer Schule sein um dieses Ziel zu erreichen.

Christa Jauker