.Fotoserie

Teilnehmende Lehrer:
Mag. Evelyn Schinko, Mag. Christa Turek, Mag. Kurt Sulzbacher

Malta ist ein Land der Extreme: kleinster Teilstaat der EU, das englischsprachige Land mit der geringsten Anzahl an englischsprachiger Bevölkerung - dafür mit den meisten religiösen Fanatikern. Das ganze Land ist im Extremzustand und genauso war unsere Sprachreise. Begonnen hat das schon bei der Anreise, kein normaler Mensch tritt seinen „Urlaub“ um halb drei in der Früh an. Nun gut, da standen wir also, halbtote Schüler, angeführt von einer kaum lebendigeren Lehrerschaft, und dabei hatten wir den Parkplatz der Schule noch nicht einmal verlassen.
 


Über den Flug gibt es nicht viel zu berichten, was wohl daran liegt, dass es nur wenige gibt, die überhaupt etwas davon erzählen können; der Schlaf griff um sich. Irgendwann zwischen einem Luftloch und dem Airline-typischen delikaten Essen landeten wir dann auf diesem kleinen Erdfleck im Meer, der sich Insel schimpft. Nun trennten sich erst einmal unsere Wege, und die Ersten traf der Kulturschock…………

Jedes 10. Haus auf Malta steht leer. Das ist umso verblüffender, da die Hälfte der anderen neun für mitteleuropäische Verhältnisse als unbewohnbar gelten. Überhaupt wirkt ganz Malta wie eine einzige Baustelle. Nun gut, mögen manche behaupten, das tut Linz auch, aber in Malta fehlt der Wille zur Änderung. Das wurde mir schmerzhaft bewusst, als ich herausfand, dass sich das Haus meiner Gastfamilie nur über einen aufgegrabenen Kanal betreten lässt.

Doch ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass alles in Malta schäbig wäre, ganz im Gegenteil: Die Kirchen zum Beispiel sind top. Und das sind verdammt viele, auf Malta gibt es mehr Kirchen als bei uns Briefkästen, und besser frequentiert sind sie auch. Die Malteser praktizieren den Katholizismus überaus streng, dies reicht von einer Standardsammlung von Heiligenstatuen des Mittelalters bis zur für Malteser normalen, für Österreicher glücklicherweise verbotenen Fremdenfeindlichkeit. Ah ja, und noch etwas ist in Malta top: Ironischerweise bricht, sobald die Sonne untergeht, die Hölle los, und zwar durchaus im positiven Sinne - eine schillernde Nachtwelt, die einen erst loslässt, wenn man am nächsten Tag aufwacht, vorzugsweise in einem Zimmer, mit leeren Taschen, dafür brummendem Schädel und Augenringen, die das halbe Gesicht bedeckten.

Genauso traten wir unseren ersten Tag in der Sprachschule an und trafen dort auf Geschöpfe, die kaum besser aussahen als wir und uns mit dem Satz begrüßten: „Hallo, für die nächsten 4 Tage bin ich euer Sprachlehrer.“ Der Unterricht selbst unterschied sich von Gruppe zu Gruppe, die einen arbeiteten und verbesserten ihr Englisch, die anderen arbeiteten und naja, und wieder andere verbrachten ihre Vormittage mit der Demontage des Klassenzimmers, so hatte jeder etwas zu tun.

An den Nachmittagen besichtigten wir voller Begeisterung die Insel…, Entschuldigung, das war eine andere Reisegruppe, also wir besichtigten die Insel. Und wurden mit Erkenntnissen überhäuft, zum Beispiel, dass Malta der einzige Ort der Welt ist, in dem es immer bergauf geht. Immer! Was Spaziergänge durch die Stadt ähnlich attraktiv macht wie eine Besteigung der Eiger-Nordwand. Oder dass Malta früher ein Altenheim für ewiggestrige Kreuzritter war, die etwas Erholung vom Schlachten brauchten.

Lange Zeit stand Malta unter Herrschaft der Engländer, die in den 60er Jahren wieder zurück auf ihre eigene Insel mussten. Als schlechte Verlierer, wie sie die Engländer nun einmal sind, ließen sie den Maltesern zwei Plagen zurück, die bis heute existieren: den Linksverkehr und die englische Küche. Doch da Malta den Anschluss an Europa sucht, haben sich die Malteser für einen Mittelweg in Sachen Fahrstil entschieden. Sie fahren links, rechts, manchmal in der Mitte der Straße, ganz Kreative nutzen gar den Gehsteig; immer 20 km/h schneller als die geistige Zurechnungsfähigkeit erlaubt und mit der linken Hand auf der Hupe um zu signalisieren, dass es dem Fahrer nicht schnell genug geht oder dass er einen Bekannten am Straßenrand erblickt hat oder dass das Wetter schön ist .... Das heißt, sie hätten gehupt, wenn das Wetter schön gewesen wäre. Umso erfreulicher war es für uns, als wir von den Einheimischen erfuhren, dass dies der erste Regen seit März gewesen sei und wie froh alle seien.

 

Zurück zum Thema. Man kann über den Linksverkehr denken, wie man will, doch die englische Küche ist eine Sache für sich. Wir teilten uns hier in drei Gruppen:

I. Oh mein Gott, war das Essen gut! (Diese Bastarde hatten Italiener als Gasteltern)

II. Das Essen war geschmacklos, aber essbar. (Die hatten einfach Glück)

III. Ächz, mein Magen ist gefühllos und ich sehe tote Menschen. ( Volltreffer: typisch englische Giftküche)

Unnötig hier zu erwähnen, dass die Kombination: kein Essen, aggressives Fortgehen und zwei Stunden Schlaf, selbst den Stärksten auf die Bretter wirft, fragen Sie ruhig Professor Sulzbacher.

Doch trotz aller Querelen war die Woche ein voller Erfolg, wir hatten Spaß, lernten ein fremdes Land kennen, und wir konnten einmal abschalten vom typischen Schulalltag.

Und wenn Sie nach der Rückkehr von ihrem Sprössling mit halb toter Stimme gefragt wurden: „Wer bist du?“, dann sehen Sie sich die Maltapräsentation an, sie erklärt einiges….

 

Der Bericht wurde verfasst von der 8B-Klasse im Schuljahr 2006/07

Projektwoche Malta
7A/7B  9. - 16.Juni 2006