Sprachwoche Spanien
7A-Klasse 
(Mai 2009)

 

 

 

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Zwischen Siesta und Fiesta

Ein Forscherteam der 7A entdeckt interessante Details über den „Homo hispanicus“

Eine monatelang geplante Expedition unter der Leitung von Mag. Mitter und Mag. Anselm führte uns Ende April 2009 nach „El Puerto de Santa María“ bei Cádiz (Andalusien). Dort stießen wir auf eine uns unbekannte Spezies Mensch, den „Homo hispanicus“. Auf den ersten Blick freundlich und gemütlich wie wir, fielen uns in weiterer Folge einige Unterschiede zum „Homo austriacus“ auf:

1)  Morgens, während unserer täglichen Joggingrunde, wirkte die Stadt wie ausgestorben – kein Wunder, denn der Homo hispanicus pflegt spät in den Tag zu starten. Nach einem nicht unbedingt üppigen „desayuno“ (Toast mit Marmelade, Kaffee) geht es erst um 9 Uhr auf in die Schule. Anders als bei uns trägt der Homo hispanicus während seiner Ausbildungszeit eine Schuluniform.

2)  Nach der Schule oder Arbeit (ca. 14 Uhr) trifft sich der Homo hispanicus nicht auf Kaffee und Kuchen, sondern geht seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Schlafen, während der täglichen „Siesta“ nach.

3)  Der Homo hispanicus ist ein äußerst nachtaktives Wesen. Je später es wird, umso munterer wird er. Er trifft sich auf den Straßen, in Tapas-Bars oder „Bodegas“, um das verschlafene oder eher karge Mittagessen ausgiebig nachzuholen. Auffallend ist, dass die Spezies in großen, geselligen Herden von Bar zu Bar zieht. Dieses Schauspiel erreicht um Mitternacht seinen Höhepunkt, wenn sich auch der letzte seiner Art eingefunden hat. Durch die nächtlichen Aktivitäten erklärt sich nun auch der verschobene Tagesablauf und die lebensnotwendige „Siesta“. Um authentische Forschungsergebnisse zu gewährleisten, mussten auch wir uns leider diesem nachtaktiven Rhythmus anpassen.

4)  Was macht der Homo hispanicus in seiner Freizeit (außer Schlafen)? Auch darauf konnten wir rasch eine Antwort finden: Sportbegeisterte pilgern in die Stierkampfarena, ins Fußballstadion oder zum Circuito de Jerez, wo genau während unserer Forschungsreise der Motorrad-GP von Jerez ausgetragen wurde. Tausende und Abertausende Motorräder sorgten in den Tagen um den Wettkampf für eine imposante Lärmkulisse in El Puerto und lassen den Schluss zu, dass der Homo hispanicus über ein sehr stabiles Trommelfell verfügt. Dass er auch künstlerisch begabt ist, beweist seine Vorliebe für den Flamenco, wo Gesang und Tanz leidenschaftlich ineinander fließen. Auch einige Mitglieder unseres Teams waren der Faszination Flamenco aktiv auf der Spur und absolvierten mit mehr oder weniger großem Erfolg eine Schnuppertanzstunde.

5)  Als Nahrung bevorzugt der „Homo hispanicus“ Hülsenfrüchte aller Art, die unter uns Forschenden nicht nur auf Zustimmung stießen. Auch Schnecken und Meeresfrüchte munden ihm sehr. Sie stellten unseren alpinen Gaumen auf eine harte Probe. Beim Schälen von „gambas“ (Garnelen) besticht der Homo hispanicus durch glänzende Fingerfertigkeit, während beim Homo austriacus hier ein schweres feinmotorisches Defizit auffällt. Die Vermutung liegt nahe, dass der Homo austriacus längst verhungert wäre, müsste er sich ausschließlich von Garnelen ernähren.

Nach acht Tagen intensiver Recherche traten wir voller Eindrücke die Heimreise nach Österreich an. Die freudigste Erkenntnis ist wohl die, dass wir aufgrund unserer Sprachkenntnisse zumindest überlebensfähig sind. Zusammenfassend können wir sagen, dass uns in Spanien zwar nicht alles, aber doch so einiges spanisch vorkommt.

 (Astrid Buchberger, Kerstin Illich, 7A; Mag. Lucia Mitter)