Kreativwettbewerb 2000
Kreativwettbewerb 2001

Mag. Helga Leitner

Mit eigenen literarischen Texten nahmen Schüler und Schülerinnen der 8.A Klasse des Vorjahrs, der heurigen 8.C sowie der jetzigen 4.D an zwei Wettbewerben der Büchereien der Stadt Linz teil:

Kreativwettbewerb 2000 zum Thema
"Wir und die anderen, die anderen und wir"

Kreativwettbewerb 2001 zum Thema
"Wie siehst du die Zukunft?"

Dabei konnten die SchülerInnen unserer Schule folgende Preise gewinnen:

Im Jahr 2000:

Altersgruppe 1:
Wiltberger Andrea: 1. Preis
Dogic Aldijana: 2. Preis
Fesel Cornelia: 5. Preis
Xia Boyang: Sonderpreis

Altersgruppe 3:
Auberger Ines: 3. Preis
Koinegg Tanja: 3. Preis (Punktegleichstand)
Wiesinger Julia: 5. Preis


 

Im Jahr 2001:

Altersgruppe 1:
Schumacher Kerstin: 2. Preis
Shan Yao: 6. Preis
Klassenpreis für die 2.D-Klasse.

Altersgruppe 3:
Koinegg Tanja: 2. Preis

In den Büchern, die im Anschluss an die Wettbewerbe herausgegeben wurden, erschienen außer den Arbeiten der Preisträger noch Beiträge von weiteren acht (2000) bzw. zehn (2001) Schülern und Schülerinnen des BRG Landwiedstraße.


Einige der bei den Wettbewerben siegreichen Arbeiten:



Minderheit bedeutet schließlich noch lange nicht Unwahrheit

Es müssen sich sechs Milliarden Menschen den Platz auf dieser Erde teilen. Jede Minute und Sekunde verlässt uns einer, ständig erblickt ein neues Individuum das Licht der Welt.
Alles ist ein Wechselspiel der Zeit, ein von höherer Macht gesteuerter Vorgang. Wir sind nur auf Besuch auf dieser Welt. Trotzdem gibt es Menschen, die ihre sowieso schon kurze Zeit damit verbringen, sich zu vergleichen.
Sobald sich jemand von der Masse abhebt, wird er beobachtet und kritisiert, als gäbe es nichts Wichtigeres zu tun.
"Er sieht so ... anders aus", "Ja, kein Wunder, dass ihn unsere Gesellschaft nicht akzeptiert!"
Wer muss wen akzeptieren? Wer hat das Recht zu behaupten, dass seine, und keine andere, Einstellung die richtige sei?
Warum muss die Minderheit sich anpassen?
Mehrheit bedeutet schließlich noch lange nicht Wahrheit.

Er atmet,
er isst,
er schläft,
er lacht,
er weint,
er denkt,
er fühlt.
Ich atme,
ich esse,
ich schlafe,
ich lache,
ich weine,
ich denke,
ich fühle.
Man sagt,
er ist anders.
Bin ich auch anders?

Tanja Koinegg

(3. Preis beim Kreativwettbewerb 2000, Altersgruppe 15-17 Jahre)



Wer ist das "Wir"
und was das "Anders"?
So viele Völker,
so endlos viele andre Leben,
liebende, lebende, hoffende Seelen.

Warum das Hassen und das Töten?
So sinnlos all das böse Denken;
die Wut, der Zorn und bis in all Unendlichkeit Vergeltung.

Niemals ein Nebeneinander
und niemals, nie mitsammen.
"Warum", frag ich in Zeit und Endlichkeit,
"warum ist kein Verzeihen?"

Das Anders macht die Erde schön.
Die Vielfalt zählt und nicht die Gleichheit.
Die Augen sollt´ ein jeder öffnen
und all die Schönheit hier auf Erden seh´n.
Die Krieg´ würd´ man vergessen, den Rassenhass
und wohl auch aus dem allen folgend Leid.

Ich weiß, dass diese Zeilen nicht nur die Wahrheit in sich tragen,
doch sind sie auch nicht Lüge.
So frag´ ich, bitt´ ich, hoffe gleich -
Vergebung in Unendlichkeit!

Ines Auberger

(3. Preis beim Kreativwettbewerb 2000, Altersgruppe 15-17 Jahre)



PERSPEKTIVEN

Ich lache über ihn -> Über mich wird gelacht
Ich ignoriere ihn -> Ich werde ignoriert
Ich spiele ihm einen Streich -> Mir wird ein Streich gespielt
Ich verspotte ihn -> Ich werde verspottet
Ich mache ihm Angst -> Mir wird Angst gemacht
Ich lasse ihn nicht in Ruhe -> Ich werde nicht in Ruhe gelassen
Ich erzähle Lügen über ihn -> Über mich werden Lügen erzählt
Ich tue ihm weh -> Mir wird wehgetan

Wenn man versucht, Perspektiven zu tauschen,
kann man manchmal fremden Gefühlen lauschen.

Andrea Wiltberger

(1. Preis beim Kreativwettbewerb 2000, Altersgruppe 9-12 Jahre)



Das Flüchtlingskind

Ich weiß nicht,
aus welchem Land
die kleine Marjana kam,
ich weiß auch nicht,
wer ihr die Heimat nahm.

Ich weiß das EINE nur:
Marjana soll hier leben,
wir wollen dem Flüchtlingskind
eine neue Heimat geben.

Aldijana Dogic

(2. Preis beim Kreativwettbewerb 2000, Altersgruppe 9-12 Jahre)




Perspektiven

Ich werde ein Computerspiel testen.
In einem engen Keller werde ich einen Teppich knüpfen,
Ich werde endlich wieder Taschengeld bekommen.
Um mir etwas zu essen kaufen zu können.
Ich werde mit meiner Mutter wegen dem Abwasch streiten.
Meine Eltern sind voriges Jahr gestorben.
Ich werde mir einen Sportwagen leisten.
Die Panzer und Bomben werden mich bis in den Schlaf verfolgen.
Ich werde mit meiner Freundin auf eine Party gehen.
Vielleicht übernachte ich heute wieder bei den Tonnen.
Ich werde morgen in die Schule trotten.
Lesen, Schreiben und Rechnen werde ich nie lernen.
Das Leben ist hart.
Ich werde das Beste daraus machen.

Und du?

Tanja Koinegg

(2. Preis beim Kreativwettbewerb 2001, Altersgruppe 15-17 Jahre)