DAS LEBEN DES GALILEO GALILEI

Bild: Galileo ermöglicht der Menschheit den Einblick in eine neue, vollkommenere Welt, doch die katholische Kirche (die das geozentrische Weltbild als einzig gültiges Weltbild angenommen hat) sieht in Galileis Erkenntnissen einen Angriff auf die Kirche. Ein Genie wird zu Unrecht verurteilt!

 

Lebenslauf:

15.2.1564: Galileo Galilei wird als erstes Kind von Vincenzo (Komponist) und Giulia Galilei in Pisa geboren.
1574: Familie Galilei übersiedelt nach Florenz
1579: Galilei wird von Mönchen im Kloster „Santa Maria di Vallombrosa" unterrichtet.
5.9.1581:

Galilei schreibt sich, auf den Wunsch seines Vaters, als Medizinstudent an der Universität in Pisa ein. Er studiert dort vier Jahre. Bald jedoch wandte er sich der Philosophieund Mathematik zu. Zu dieser Zeit gab er in Florenz und Siena Privatunterricht in Mathematik.

1589: Galilei erhält einen Lehrstuhl für Mathematik in Pisa.
1591: Galileos Vater, Vincenzo Galilei, stirbt und Galilei wird Familienoberhaupt.
1592: Galilei verliert seinen Lehrstuhl in Pisa, weil er die Aristotelische Lehrmeinung (Fallgeschwindigkeit ~ Gewicht) widerlegt. Dies bestätigt er durch Demonstrationen am schiefen Turm von Pisa (Fallgeschwindigkeit ~ Dichte).

Er erhält einen Lehrstuhl in Padua; dort erfindet er einen Proportionalzirkel zur praktischen Lösung mathematischer Probleme.

1593: Er erfindet eine von Pferden angetriebene Maschine, um Wasser zu Tage zu fördern. Im Laufe der Zeit wandte er sich immer mehr von der spekulativen Physik ab und führte sorgfältige Messungen durch.
1595: Galilei stimmt der kopernikanischen Theorie zu, für ihn war diese Theorie die einzig logische Erklärung für seine Gezeitentheorie. Damit macht sich Galilei die Kirche zum Feind.
1609: Galilei baut ein Teleskop mit zwanzigfacher Vergrößerung und erforscht damit die Gebirge und Krater auf dem Mond. Er erkennt, dass die Milchstraße aus Sternen besteht und entdeckt die vier größten Jupitermonde.
1610: Galilei veröffentlicht seine Erkenntnisse in seinem Werk „Sidereus Nuncius" (Sternenbotschaft). Daraufhin wird er Hofmathematiker der Familie Medici in Florenz. Er wird damit von seinen Lehrpflichten befreit und kann sich vollends dem Schreiben und Forschen widmen. Er beobachtet die Phasen der Venus, die das kopernikanische System bestätigen.
nach 1613: Galileis Glaube an die kopernikanische Theorie, nämlich dass die Erde sich um die Sonne bewegt, wird von der Familie Medici als ketzerisch angesehen. Daraufhin schreibt Galilei einen offenen Brief über die Unanwendbarkeit biblischer Texte bei wissenschaftlichen Argumenten.
1616: Die kopernikanischen Bücher wurden durch Erlass der Zensur unterworfen und Galilei wurde vom jesuitischen Kardinal Bellarmine angewiesen, die kopernikanische Theorie weder zu vertreten noch zu lehren. Daraufhin ließ er dieses Thema fallen und arbeitete an einer Methode, um die geographischen Längen auf dem Meer zu bestimmen.
1623: Galilei schreibt ein Buch namens „Saggiatore" (Prüfer mit der Goldwaage) über die Kometen.
1624 - 1630: Galilei stellt die ptolemäische und die kopernikanische Hypothese in Bezug auf die Physik der Gezeiten in einem Buch gegenüber und will dieses Werk „Dialogo" (Dialog über die Gezeiten) nennen. Als er das Buch 1630 veröffentlichen will, muss er den Titel in „Dialogo sopra i due massimi sistemi" ändern.
1632: Nachdem sein „Dialogo" in Florenz nun endgültig veröffentlicht worden ist, wird er von der Inquistition nach Rom geladen, um sich dem Verdacht der Ketzerei zu stellen.
1633: Galilei wird aufgrund seiner Überzeugung, die der Lehrmeinung der katholischen Kirche widersprach, zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem wird angeordnet den „Dialogo" zu verbrennen.
1638: Vor der Veröffentlichung seines letzten Buches „Discorsi e dimonstrazioni matematiche" (Unterredungen und mathematische Demonstrationen), in dem er seine früheren Bewegungsstudien überprüft und verbessert, erblindet Galilei.
8.1.1642: Galilei stirbt in Arcetri bei Florenz

"Nachgeschichte":

Galileis größte wissenschaftliche Leistung bestand darin, dass er die Physik mit exakten Messungen anstatt mit metaphysischen Prinzipien und formaler Logik begründete.

Vom größeren Einfluss waren die „Sternenbotschaft“ und der „Dialog“, die neue Perspektiven in der Astronomie eröffneten. Galileis lebenslanger Kampf, um die wissenschaftliche Untersuchung von der Beschränkung durch philosophische und theologische Behinderung zu befreien, gewann nicht nur wissenschaftliche, sondern darüber hinaus auch noch historische Bedeutung. Nach der vollständigen Veröffentlichung der Gerichtsdokumente vom Prozess gegen Galilei in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die gesamte Verantwortung für Galileis Verurteilung der katholischen Kirche zugeschrieben. Dies verschleiert die Rolle der Philosophieprofessoren, die vor den Theologen Galileis Wissenschaft mit Ketzerei in Verbindung brachten.

Eine Untersuchung zur Verurteilung des Astronomen, welche die Aufhebung des Urteils forderte, wurde 1979 von Papst Johannes Paul II. eröffnet. Im Oktober 1992 gestand eine päpstliche Kommission (mit den Worten: „mea culpa“ => „meine Schuld“) den Irrtum des Vatikans ein und Galileo wurde offiziell rehabilitiert!

Quellen: Internet, Biographie von Galileo Galilei, Encarta Enzyclopedia `97

Verfasser:  Yvonne Mitterlehner, Julia Neubauer, Susanne Oberpeilsteiner
Rohrbach, im Juni 2001