Produktionstechniker/in PTE
Die "menschenleere Fabrik" gibt es zwar noch nicht, aber in vielen Produktionsbereichen ist die Automatisierung der Güterproduktion schon sehr weit fortgeschritten, und diese Entwicklung ist noch lange nicht zu einem Ende gelangt. Damit besteht heute aber auch ein erheblicher Bedarf an Arbeitskräften, die solche automatisierte Fertigungsanlagen betreuen können. Daher wurde nun der neue Lehrberuf "Produktionstechniker/in" geschaffen, um Fachkräfte für die Bedienung, Steuerung und Wartung von automatisierten Produktionsanlagen und für die laufende Produktionsplanung und -überwachung ausbilden zu können, und zwar weitgehend unabhängig vom jeweils hergestellten Produkt.-
Berufsbild Produktionstechniker (pdf-298kB)
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Rahmenlehrplan Produktionstechniker (pdf-41kB)
Produktionstechniker/innen sind für die Produktions-, Montageplanung und
-steuerung sowie für die betriebliche Logistik (Material- und Warenflüsse) und
die Lagerhaltung zuständig. Sie legen die Arbeitsschritte, die Arbeitsmittel und
die Arbeitsmethoden fest, planen den Einsatz der Werkzeuge, Vorrichtungen und
technischen Fertigungshilfen auf Fertigungsmaschinen und Fertigungsanlagen,
wählen die erforderlichen Materialien aus und sorgen für deren Beschaffung und
Überprüfung. Während der Produktion bedienen sie die Produktionsanlagen,
überwachen die Arbeitsabläufe der Fertigungsmaschinen und Fertigungsanlagen
sowie die Produktqualität und führen Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch.
Auch die Instandhaltung und Wartung der Werkzeuge, Maschinen und Anlagen gehört
zu ihren Aufgaben, ebenso wie die Einleitung von Reparaturmaßnahmen, falls sie
die Arbeiten nicht selbst durchführen können. Und schließlich sind sie auch mit
der genauen Erfassung der technischen Daten über den Arbeitsablauf und die
Arbeitsergebnisse betraut, wobei sie z.B. Tabellen über Materialverbrauch,
Stückzahlen, Ausschussprodukte usw. führen, die wieder als Grundlage für die
Planung weiterer Produktserien dienen.
Die Ausbildung der
Produktionstechniker/in-Lehrlinge umfasst mehrere große Bereiche: Lehrbetrieb;
Metall- und Kunststoffbearbeitung und Bedienung der Bearbeitungsmaschinen;
Montage/Wartung und Umrüstung von Maschinen- und Anlagenteilen; Elektrotechnik
und Elektronik; Bedienung/Steuerung der Anlagen; Qualitätssicherung und
Dokumentation; Produktionsplanung, Arbeitsvorbereitung und Logistik; Rechtliche
Regelungen.
Die Lehrlinge lernen zunächst den Lehrbetrieb kennen, vor
allem das Erzeugungsprogramm, also die hergestellten Produkte (Art,
Verwendungsmöglichkeiten, Funktionen), und die Produktionsanlagen sowie die
Arbeitsorganisation des Unternehmens.
Im Ausbildungsteil "Metall- und
Kunststoffbearbeitung" werden den Lehrlingen die Kenntnisse und Fertigkeiten
vermittelt, die zur Herstellung von Maschinen- und Anlagenteilen sowie von
Werkzeugen, mit denen die Produktionsmaschinen bestückt werden, erforderlich
sind. Die Lehrlinge erwerben Kenntnisse der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer
Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeiten und Bearbeitungsmöglichkeiten. Sie
lernen die Handhabung und Instandhaltung der zu verwendenden Einrichtungen,
Werkzeuge, Maschinen und Arbeitsbehelfe und üben das Lesen und Anwenden
technischer Unterlagen und das Anfertigen von Skizzen. Die Grundausbildung in
der mechanischen Bearbeitung von Metallen und Kunststoffen umfasst z.B.
Bearbeitungstechniken wie Messen, Verbinden, Trennen, Bearbeiten von Oberflächen
und Montieren, wobei jeweils auch die richtige Verwendung von Maschinen und
Geräten vermittelt wird. Darauf aufbauend erfolgt die Ausbildung an
rechnergesteuerten Anlagen (z.B. CNC-Maschinen), wobei auch die Programmierung
dieser Maschinen behandelt wird.
Im Ausbildungsbereich "Montage/Wartung
und Umrüstung von Maschinen- und Anlagenteilen" erlernen die Lehrlinge das
Montieren und Demontieren von Maschinen- und Anlagenteilen, das Rüsten und
Einstellen der Werkzeuge, Geräte und Maschinen an den Produktionsanlagen. Ein
weiterer Schwerpunkt von größter Bedeutung für den reibungslosen
Produktionsablauf ist hier die Wartung der Werkzeuge, Maschinen und Anlagen
(Austauschen von Verschleißteilen, Schmieren beweglicher Teile, Versorgung mit
Betriebsstoffen, z.B. Kühl- und Schmiermittel usw.) und die Durchführung von
Instandhaltungsarbeiten (z.B. Austauschen von defekten Teilen und
Baugruppen).
Zu den wichtigsten Bestandteilen automatisierter
Produktionsanlagen gehören die Elektrik und die elektronischen Elemente. Im
Ausbildungsbereich "Elektrotechnik und Elektronik" erwerben die Lehrlinge
Kenntnisse der elektrischen und elektronischen Bauteile und Baugruppen und
erlernen das Zusammenbauen und Verdrahten dieser Bauelemente nach
Schaltungsunterlagen und Anleitungen. Hierher gehört auch das Anschließen von
freiprogrammierbaren Steuerungen und Regelungen.
Eine der Hauptaufgaben
der Produktionstechniker/innen ist die Bedienung und Steuerung der
Produktionsanlagen sowie die Qualitätssicherung und Dokumentation. Die Lehrlinge
erwerben genaue Kenntnisse der elektrischen, pneumatischen und hydraulischen
Antriebe sowie deren Bedienung und Überwachung. Sie üben das Programmieren
rechnergesteuerter Anlagen und die Bedienung der Steuerungs- und
Regelungseinrichtungen. In engem Zusammenhang damit stehen auch die Qualität
sichernden Maßnahmen, die zum Teil automatisch während der Produktion erfolgen
(laufende Kontrolle der Produkte durch Mess- und Regeleinrichtungen), aber auch
als systematische Funktionskontrollen an den Zwischen- und Endprodukten oder als
regelmäßige Stichproben durchgeführt werden. Weiters müssen auch alle Daten der
Produktion in Form von Tabellen und Datenbanken dokumentiert werden (z.B.
statistische Angaben wie Verbrauch von Betriebsmitteln, Energie und Rohstoffen,
Stückzahlen, Anteil der Ausschussprodukte usw., aber etwa auch
Produktionsstörungen und Reparaturberichte).
Im Ausbildungsteil
"Produktionsplanung, Arbeitsvorbereitung und Logistik" erwerben die Lehrlinge
Kenntnisse und Fertigkeiten in der Arbeitsvorbereitung, in der Arbeitsplanung
und Produktionsplanung, in der Betriebsdatenerfassung und in der Beschaffung von
Waren und Dienstleistungen. Ein wichtiges Thema ist hier der betriebliche
Warenfluss und die Lagerhaltung, wobei die Lehrlinge vor allem mit der Lager-
und Transport-Logistik, der Lagerverwaltung und der betriebsinternen
Auftragsabwicklung vertraut gemacht werden.
Die Ausbildung der
Produktionstechniker/in-Lehrlinge umfasst schließlich auch die Vermittlung
verschiedener rechtlicher Inhalte sowie allgemein im Berufsleben erforderlicher
Kenntnisse. Dazu gehören etwa rechtliche Regelungen wie Sicherheitsvorschriften
und Schutzmaßnahmen, Umweltschutzbestimmungen (z.B. Trennung, Verwertung und
Entsorgung von Rest- und Abfallstoffen im Betrieb) und arbeitsrechtliche
Bestimmungen sowie Kenntnis über die ergonomische und funktionelle Gestaltung
des Arbeitsplatzes.