Chemie-PCs an AHS in Österreich.

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Bereits zu Beginn der 80er Jahre beschäftigte sich die Projektgruppe zur Erstellung neuer Oberstufenlehrpläne mit der Verwendung von Personalcomputern im Chemieunterricht. An verschiedenen Schulen befaßten sich zu dieser Zeit bereits einige Kolleginnen und Kollegen mit dem neuen Medium, wobei die unterschiedlichsten Systeme zum Einsatz kamen - Die Palette reichte vom legendären C-64 bis zum PC.

Ein Schwerpunkt bei einer gemeinsamen Tagung der Projektgruppe und der Schulversuchslehrer 1986 in Bruck/Mur war der Einsatz des Computers im Chemieunterricht.

Mag. Friederike Blümelhuber, Mag. Peter Gmasz, Dr. Rosa Hagenauer, Dr. Edith Jarisch, Mag. Fritz Knall, Mag. Peter Secvik, Dr. Maria Zadrazil zeigten verschiedene Anwendungsmöglichkeiten des PCs, die von der Literaturarbeit bis zum Meßprogramm reichten. MR Dr. Eduard Szirucsek vom BMUkA (Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten) konnte bei dieser Veranstaltung von der Nützlichkeit des neuen Mediums überzeugt werden, was in der Folge zu ersten Anschaffungen durch das Ministerium führte. Als Pilotprojekt wurden im Jahr 1989 zunächst 12 PCs mit einer von einer Gruppe um Mag.Blümelhuber produzierten Interfacekarte angeschafft, später folgten weitere PCs mit einem anderen Meßsystem. Ab diesem Zeitpunkt achtete das Ministerium bei der Anschaffung neuer Meßgeräte verstärkt auf PC-gerechte Schnittstellen. Die Wünsche der Kollegenschaft nach eigenen Chemie-PCs wurden immer häufiger. Eine Kommission aus Chemielehrern und Physiklehrern erstellte dann 1992 und 1993 ein Anforderungsprofil für die Chemie/Physik-PCs, das schließlich der öffentlichen Ausschreibung von insgesamt mehr als 400 Geräten zugrunde gelegt wurde.

Im Zuge eines Vollprojektes (die Kosten wurden vollständig vom BMUkA getragen) wurden dann 1994

angeschafft. Gleichzeitig fanden österreichweit mehrtägige Einschulungen der Lehrer statt.
Zur Hardware wurde die Schulversion DILAB der Industriesoftware WINLAB angeschafft, die im Gegensatz zu den meisten Chemiesoftwarepaketen auch das Selbstentwickeln von Versuchsanordnungen ermöglicht.
Zu dieser Entwickler-Software gibt es ein Paket vorgefertigter Versuchsaufbauten, die die wichtigsten Meßaufgaben abdeckt.

Da noch nicht alle Schulen über alle erforderlichen Meßgeräte mit Schreiberausgang verfügen, entwickelte eine österreichische Elektronikfirma die Science-Box, die den direkten Anschluß der Sensoren erlaubt.

Neben der Meßsoftware stehen allerdings auch noch andere Programme zur Verfügung:

Neben einer Reihe von Sharewareprogrammen, die kostenlos erprobt werden können, bei längerer Nutzung jedoch zu moderaten Kosten zu lizensieren sind, wurde bereits Anfang der 90er Jahre das Etikettierungsprogramm ETIKED, das seit 1995 auch in einer Windows-Version (Etiked für Windows 2.0a) vorliegt, angeschafft. Durch eine gemeinsame Bestellaktion des Verbandes der Chemielehrer Österreichs konnten auch zahlreiche Schulen das RÖMPP-Lexikon günstig erwerben.


E-Mail: knall@cut.big.ac.at