Praxisbezogene, integrierte, naturwissenschaftliche Grundbildung -
im Rahmen des Projektes
"SAUBER - SAUBER! - SAUBER?"
Waschen und Reinigen.
Hygiene und Gesundheit .
Chemie und Ökologie.
Für das Projekt erwiesen sich enge Fächergrenzen eher als hinderlich, deshalb versuchten wir die Fächer in Bildungsbereiche aufzulösen (naturwissenschaftlicher Bereich, gesellschaftlich - humaner Bereich, kreativ - gestaltender Bereich), wobei allerdings die tragenden Prinzipien der Naturwissenschaft erhalten blieben.
Es wurde ein Unterrichtsmodell entwickelt, in dessen Mittelpunkt der "offene Unterricht" steht. Unterrichtseinheiten wurden aufgelöst. In der gewonnenen Zeit erhielten die Schüler Angebote und zugewiesene Aufgaben, die sie möglichst selbständig erfüllen mußten. Mehrere Fächer wurden in ein übergeordnetes Thema eingebunden. Lehrer und Schüler bestimmten gemeinsam die Durchführung des Projektes. Die integrierte Zielsetzung des Projektes besteht in der Förderung menschengerechten und naturverträglichen Handelns. Das Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge soll zu verantwortungsbewußten Handeln gegenüber Mit- und Umwelt führen.
Organisation und Durchführung:
Teilnehmer: 60 SchülerInnen..................4 Gruppen
4 Lehrer...........................1 Lehrerteam
80 Stunden verpflichtende Grundlagen 80 Stunden offener Unterricht
Chemie, Biologie
Experimentalpraktikum Themenbereiche und Angebote waren für die Schüler frei wählbar,
40 Stunden davon waren verpflichtend.
insgesamt 6 UE PC
2 UE BU
8 UE
2 UE aus PC
2 UE aus BU
+ 1 UE Begabten- u. Interessensförderung
+ 1 UE Kreatives Gestalten
6 UE wurden aus dem Fächerkanon herausgenommen und in Bildungsbereiche aufgelöst: Naturwissenschaftlicher Bereich,
gesellschaftlich - humaner Bereich, kreativ-gestaltender Bereich.
Schwerpunkte aus dem für alle Schüler verpflichtenden Bereich (80 UE):
+ Grundlagen aus Chemie und Biologie
+ Chemische Zusammensetzung von Wasch-, Putz- u. Reinigungsmitteln
+ Inhaltsstoffe - Produktion, Technologien, Wirkungen
+ Umweltbelastung, Umweltschutz - Möglichkeiten des einzelnen,
gesetzliche Maßnahmen
+ Chemie und Ökologie
+ Stoffkreisläufe
+ Perspektiven bezüglich Inhaltsstoffe, Fasern, Energieaufwand
+ Experimentalpraktikum (ca. 80 Experimente in Einzel-, Partner- u. Gruppenarbeit
zu den oben genannten Themenbereichen
Weitere 80 Unterrichtseinheiten wurden als "offener Unterricht" gestaltet.
Jeweils 3 bis 4 Themenbereiche wurden in Blockform parallel angeboten.
Für die Schüler verpflichtend waren davon 40 Unterrichtseinheiten, der Rest konnte freiwillig besucht werden.
Die Praxis zeigte, dass 92 % der Schüler das Angebot vollständig angenommen haben.
Auswahl aus den angebotenen Themen:
+ Hygiene im Wandel der Zeiten - mit dem Humanbiologen
Univ.Doz.Dr.H. Seid ler,Vorstand des Humanbiologischen Institutes Wien.
+ Die Geschichte des Waschens - Literaturstudium, Drehbuch für Videoproduktion.
+ Fragebogenaktion zum Thema "Wasch-, Reinigungs- u. Putzmittel" mit statistischer Auswertung.
+ Seifenherstellung wie zu Gr0ßmutters Zeiten in der Schulküche.
+ Exkursionen: Seifenfabrik Ott, Judenburg
Wäschepflegemuseum, Rainbach i.M.
+ Herstellung von verschiedenen Wasch- und Reinigungsmitteln.
Rohstoffkunde.
Präsentation unter dem Motto "Weinhnachtsputz alternativ"
+ Autowaschanlagen -Abwasserrecycling, Chemikalieneinsatz. Theoretische
Auseinandersetzung, Exkursion, Herstellung eines Modelles.
+ Kläranlage Tamsweg - theoretische Auseinandersetzung, Informationsveranstaltung mit Ing.Ferner,Reinhalteverband Lungau. Exkursion.
+ Workshop mit der Drogistin Gangl zum Thema: "Pflege und Gesunderhaltung
der Haut - sinnvolle Maßnahmen" mit Rohstoffkunde.
+ Informationsveranstaltung mit dem Hautarzt Dr.Carneky:"Allergien, Akne,
Probleme der jugendlichen Haut"
+ Tierversuche - ihre Bedeutung für die Herstellung von Wasch-, Putz- und
Reinigungsmitteln bzw. Kosmetikindustrie. Alternativen.
+ Gestaltung einer Informationsbroschüre: "Sauber. - Sauber! - Sauber?
+ Gestaltung einer Informationsausstellung zu den Themen Waschen und Reinigen. Hygiene und Gesundheit. Chemie und Ökologie.
Anfang Februar wurden das Projekt und verschiedene Ergebnisse öffentlich präsentiert und von der Bevölkerung Tamswegs mit Begeisterung aufgenommen und kommentiert.
Roswitha Grübl-Prodinger, HS Tamsweg-Lasabergweg