29. Internationale Chemieolympiade

Kanada war dieses Jahr mit Montreal vom 13. bis 23 Juli der Veranstalter der internationalen Chemieolympiade. Das österreichische Team wurde wie in den letzten Jahren von Dr. Zechmann und Dr. Kerschbaumer betreut. Drei der vier Schüler konnten Medaillen erringen: Andreas Eckner (Wr. Neustadt) und Maximilian Austerer (Wien) holten Silber und für Katharina Schermann (Neunkirchen) gab es eine Bronzemedaille.

Der Wettbewerb war für uns dadurch gekennzeichnet, dass unsere Schüler entgegen sonstiger Gewohnheit in der Praxis (227 kByte geziptes Winword 6.0-Dokument) kaum punkten konnten. Den Schülern dabei einen Vorwurf zu machen wäre müßig, da dieser praktische Teil Verwandtschaft mit einem Lotteriespiel zeigte. Zwar wurde die organische Analytik von unseren Schülern souverän gemeistert, doch bei der Titration schaute es schlimm aus: Die Aufgabe war, über einem wegen der geringen Konzentrationen kaum sichtbaren Calciumoxalat-Niederschlag mittels EDTA die Mg-Ionen zu bestimmen - eine Aufgabe, die einfach nicht funktionierte, weil der Verbrauch weniger eine Funktion der Mg-Menge als vielmehr von der Geschwindigkeit der Titration abhängig war. Ähnlich miserabel ging´s bei der präparativen Aufgabe zu, einem Dreistufenpräparat, bei dem in der letzten Stufe für drei Viert el der Teilnehmer die Ausbeute auf Null absank. Unsere Schüler zählten leider zu dieser Mehrheit, womit die Chancen auf eine Goldmedaille weg waren (übrigens schauten die favorisierten chinesischen Schüler aus demselben Grund heuer bei Gold durch die Finger).

Der theoretische Wettbewerb (334kByte geziptes Winword 6.0-Dokument) war von durchschnittlicher Schwierigkeit, aber selektiv genug, um die Schüler zu "chromatographieren". Die acht theoretischen Aufgaben deckten die Gebiete Kinetik, Thermodynamik, MO, Gitterchemie, Photometrie, Elekrochemie, Anorganische Chemie, Komplexchemie, Organische Reaktionsmechanismen und natürlich die kanadische Spezialität Saccharide ab. Andreas Eckner erreichte in der Theorie 55,6 von 60 möglichen Punkten (aber leider nur 15,5 von 40 möglichen Praxis-Punkten). In der inoffiziellen Nationenwertung belegte Österreich unter 47 Nationen diesmal Platz 18. Zwei unserer Schüler waren erst in der 7. Klasse und dürfen daher nächstes Jahr in Australien noch einmal dabei sein.

Zm


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