Informationsquellen


I. Einleitung

Meist liegen in der Praxis keine Reinstoffe vor, sondern Stoffgemische, sogenannte "Zubereitungen", deren Rezepturen neben dem Hersteller nur Institutionen, wie zB dem Arbeitsinspektorat und der Zulassungsbehörde bekannt sind.

Anfragen von BetriebsrätInnen oder Sicherheitsfachkräften hinsichtlich der Gefährlichkeit von Produkten werden oftmals unter Hinweis auf das Betriebsgeheimnis oder gar dem Datenschutz verweigert.

 

Was kann man also tun, um Hinweise auf die Gefährlichkeit eines Stoffes oder einer Zubereitung zu erhalten?

 

Vor allem in Hinblick auf Reinstoffe kann man relativ einfach Informationen aus folgenden Quellen erhalten:

 

1. gesetzliche Grundlagen

 

1a. Chemikalienrecht

Die Bestimmungen im Chemikalienrecht legen fest, daß gefährliche Stoffe und Zubereitungen mit

· Gefahrensymbolen

· Gefahrenhinweisen (R-Sätzen)

· und Sicherheitsratschlägen (S-Sätzen)

zu kennzeichnen sind.

 

Diese Kennzeichnung informiert über Gefahren die Chemikalien darstellen können und über Sicherheitsmaßnahmen, die zu Risikoverringerung zu ergreifen sind.

Gefahrensymbole geben Hinweise auf die Hauptgefahr(en), die R-Sätze präzisieren die Gefahr (engl. risk), die S-Sätze geben die Sicherheitsmaßnahmen an (engl. safety).

 

Die Stoffliste und Giftliste sind Teile des Chemikaliengesetzes. In der Stoffliste findet man alle gefährlichen Reinstoffe mit Ausnahme derer, die akut toxisch wirken. Stoffe, die unmittelbar nach der Aufnahme Vergiftungserscheinungen bewirken (also akut toxisch sind), sind in der Giftliste enthalten.

Allerdings sind die Angaben aus dem Chemikaliengesetz für Laien zum Teil schwer interpretierbar.

 

1b. ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und Arbeitnehmerschutzverordnung

Im ASchG und in den entsprechenden Verordnungen sind Beschränkungen angeführt, die bei der Handhabung von chemischen Arbeitsstoffen eine Rolle spielen.

2. MAK-Liste

 

Die Maximale Arbeitsplatz-Konzentration ist definiert als höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes als Gas, Dampf oder Feststoff, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger Exposition, bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden im allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt.

 

Die MAK-Liste wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstellt und gibt für einige hundert Arbeitsstoffe Grenzwerte für die Konzentrationen von gefährlichen Stoffen in der Luft am Arbeitsplatz an. Daneben findet man Hinweise auf besondere Gefahren wie Sensibilisierung und leichte Hautresorption. Im Anhang der Liste, findet man eine Liste der als krebserzeugend eingestuften Arbeitsstoffe.

3. Informationen am Produkt selbst

Seit Inkrafttreten der Chemikalienverordnung (ChemVO) müssen am Produkt ausreichende Informationen angebracht sein, um einen sicheren Umgang mit dem betreffenden Arbeitsstoff zu gewährleisten.

Gefährliche Stoffe und Zubereitungen müssen auf der Verpackung in deutscher Sprache gekennzeichnet sein. Die Aufschrift muß deutlich sichtbar und lesbar, dauerhaft und allgemein verständlich sein.

 

 

7 Kennzeichnungselemente.

 

 

Die R- und S-Sätze

Gefahrenhinweise (R-Sätze) und Sicherheitsratschläge (S-Sätze) sind besondere, in der Chemikalienverordnung definierte Sätze und , die über die potentiellen Gefahren (R-Sätze) und die bei der Verarbeitung notwendigen Sicherheitsmaßnahmen (S-Sätze) Auskunft geben sollen. Bei der Kennzeichnung dürfen nur die vom Gesetzgeber vorgegebenen R- und S-Sätze verwendet werden.

 

Die Gefahrensymbole sollen auf einen Blick über die wesentlichen Gefahrenquellen informieren:

Das Symbol ist mit schwarzer Farbe auf orange-gelbem Grund auszuführen.

Gefahrensymbol , Gefahrenbuchstabe und Gefahrenbezeichnung bilden eine Einheit. Alle diese Bestimmungsstücke müssen auf der Etikette angegeben werden.

 

 

II. Gesetzliche Grundlagen

 

Das Chemikaliengesetz dient zum Schutz von Mensch und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen von Chemikalien und gilt für gefährliche Stoffe und Zubereitungen (das sind handelsfertige Stoffgemische) und Fertigwaren. Es gilt nicht für Lebensmittel, Dünge- uind Arzneimittel, Altöle und Sonderabfälle, sowie nicht in allen Bereichen für Pestizide, Futtermittel und Saatgut.

Die Einzelheiten werden in einer Reihe von Verordnungen, zB in der Chemikalienverordnung festgelegt.

 

Die gefährlichen Eigenschaften von Arbeitsstoffen sind einerseits im Chemikaliengesetz, andererseits im ArbneitnehmerInnenschutzgesetz festgelegt, wobei die beiden Listen sich überschneiden, aber nicht identisch sind.

 

Das Chemikaliengesetz kennt 15 verschiedene gefährliche Eigenschaften:

 

explosionsgefährlich: feste, flüssige, pastenförmige oder gelatinöse Stoffe oder Zubereitungen, die auch unter Beteiligung von Luftsauerstoff exotherm (unter Abgabe von Wärme) und unter schneller Entwicklung von Gasen reagieren können und die unter festgelegten Prüfbedingungen detonieren, schnell deflagieren (verpuffen) oder beim Erhitzen unter teilweisem Einschluß explodieren.

 

brandfördernd: Stoffe oder Zubereitungen, die in Berührung mit anderen, insbesondere entzündlichen Stoffen, stark exotherm (also unter Abgabe von Wärme) reagieren können.

 

hochentzündlich: flüssige Stoffe und Zubereitungen, die einen extrem niedrigen Flammpunkt und einen niedrigen Siedepunkt haben und Zubereitungen, die bei gewöhnlicher Temperatur und normalem Druck bei Luftkontakt entzündlich sind.

 

leicht entzündlich:

 

entzündlich: flüssige Stoffe und Zubereitungen mit einem niedrigen Flammpunkt.

 

sehr giftig: Stoffe oder Zubereitungen, die in sehr geringer Menge bei Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen können.

 

giftig: Stoffe oder Zubereitungen, die in geringer Menge beim Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen.

 

mindergiftig: Stoffe oder Zubereitungen, die beim Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen.

 

ätzend: Stoffe oder Zubereitungen, die lebende Gewebe bei Berührung zerstören können.

reizend: Stoffe und Zubereitungen, die - ohne ätzend zu sein - durch kurzfristige, längere oder wiederholte Berührung mit der Haut oder mit Schleimhäuten eine Entzündung hervorrufen können.

 

sensibilisierend: Stoffe und Zubereitungen, die bei Einatmen oder Hautresorption eine Überempfindlichkeitsreaktion hervorrufen können, sodaß bei künftiger Exposition gegenüber dem Stoff oder der Zubereitung charakteristische Störungen auftreten.

 

krebserzeugend: Stoffe und Zubereitungen, die bei Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption Krebs erregen oder die Krebshäufigkeit erhöhen können.

 

erbgutverändernd: Stoffe und Zubereitungen, die bei Einatmen, Verschlucken oder bei Hautresorption Änderungen des genetischen Materials bewirken.

 

fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch): Stoffe und Zubereitungen, die beim Einatmen, Verschlucken oder Hautresorption nicht vererbbare Schäden der Nachkommenschaft hervorrufen oder die Häufigkeit solcher Schäden erhöhen oder eine Beeinträchtigung der männlichen oder weiblichen Fortpflanzungsfunktionen oder -fähigkeit zur Folge haben können.

 

umweltgefährlich: Stoffe und Zubereitungen, die im Fall des Eintritts in die Umwelt eine sofortige oder spätere Gefahr für eine oder mehrere Umweltkomponenten zur Folge haben können.

Das österreichische ArbeitnehmerInnenschutzgesetz kennt noch zusätzlich folgende gefährliche Eigenschaften:

 

Fibrogen

Können als Schwebstoffe durch Einatmen mit Bindegewebsbildung einhergehende Erkrankungen der Lunge verursachen.

 

Radioaktiv

senden infolge spontaner Kernprozesse ionisierende Strahlungen aus.

 

Infektiös

sind mit Krankheitserregern behaftet, die beim Menschen Krankheiten hervorrufen können.

 

Biologisch inert:

wirken als Stäube weder giftig noch fibrogen und rufen keine spezifischen Krankheitserscheinungen hervor, können aber eine Beeinträchtigung von Funktionen der Atmungsorgane verursachen.

 

 

 

 

Gifte im Sinne der Giftliste und Gifte im Sinne der Stoffliste

 

Das Chemikaliengesetz differenziert Gifte zunächst nach deren Wirkungsgrad: demnach unterscheidet man zwischen "sehr giftigen", "giftigen" und "mindergiftigen" Stoffen bzw. Zubereitungen. Von entscheidender Bedeutung für die Kennzeichnung ist die Frage, ob es sich um Gifte im Sinne der Stoffliste oder der Giftliste handelt. Diese Unterscheidung kann Auswirkungen auf den Text einer Etikette haben.

 

Als Gifte im Sinn der Giftliste gelten alle Stoffe und Zubereitungen, die nach dem ChemG 1989 aufgrund ihrer akut letalen, irreversibel nicht-letalen oder schwerwiegenden Wirkung bei wiederholter oder längerer Exposition als "mindergiftig", "giftig" oder "sehr giftig" einzustufen sind.

 

Gifte im Sinne der Stoffliste sind Stoffe und Zubereitungen, die aufgrund ihrer

krebserzeugenden, erbgutverändernden, fruchtschädigenden oder sensibilisierenden Wirkungen als "giftig" oder "mindergiftig" einzustufen sind.

 

Besondere Kennzeichnungsvorschriften für sehr giftige und giftige Stoffe im Sinne der Giftliste

 

Bei der Abgabe dieser Gifte an nichtgewerbliche Letztverbraucher muß ein Giftband mit den Aufschriften "Vorsicht Gift" und "Bezugsbewilligung erforderlich" am Gebinde angebracht sein.

 

Zusätzlich zur Kennzeichnung sind noch Maßnahmen der Ersten Hilfe im Vergiftungsfall, die Angabe des Antidots (Gegengifts) und die Telefonnummer der Vergiftungsinformationszentrale anzugeben.

 

Bei Abgabe an den nichtgewerblichen Endverbraucher muß auf die Rückgabemöglichkeit an den Abgeber (gem. 34 Abs. 2 ChemG) hingewiesen werden.

 

Mindergiftige Stoffe im Sinne der Giftliste dürfen nur dann in Verkehr gesetzt werden, wenn sie in der Giftliste bezeichnet sind. Als zusätzliche Kennzeichnung gilt nur, daß bei der Abgabe an nichtgewerbliche Endverbraucher der Hinweis auf die Rückgabemöglichkeit an den Abgeber hingewiesen werden muß.

Alle übrigen Bestimmungen für Gifte entfallen.

 

Für giftige und mindergiftige Stoffe und Zubereitungen im Sinne der Stoffliste gelten all diese Bestimmungen nicht.

 

 

Sicherheitsdatenblätter

 

Durch das Sicherheitsdatenblatt (SDB) sollen die gewerblichen AnwenderInnen von gefährlichen Stoffen und Zubereitungen sachgerecht und übersichtlich über wichtige gesundheits- und umweltrelevante Eigenschaften informiert werden.

 

Das Sicherheitsdatenblatt ist ein zweiseitiges A4-Formular, dessen Inhalt in Österreich in der ÖNORM Z 1008 festgelegt ist. Normabweichungen sind hinsichtlich des Formats, der Abschnittslänge und des Schriftbildes (zB Computerausdruck) zulässig. Häufig wird auch das deutsche SDB nachg DIN 52900 verwendet, das inhaltlich mit dem österreichischen SDB ident ist. Seit 1. Mai 1994 müssen in den Ländern der EU die neuen, den EG-Richtlinien angepaßten, EU-Sicherheitsdatenblätter verwendet werden. Da das Sicherheitsdatenblatt gemäß EG-Richtlinie 91/155/EWG für einen internationalen Einsatz vorgesehen ist, kann ein offizielles Formblatt zum Ausfüllen nicht festgelegt werden. Die 16 Haupüberschriften müssen in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgeführt werden.

 

Sicherheitsdatenblätter sind kostenlos und müssen vom Lieferanten bei erstmaliger Abgabe eines gefährlichen Arbeitsstoffes und immer auf Anforderung an alle AnwenderInnen in Gewerbe und Industrie ausgefolgt werden. Nach der kommenden Novelle zum ChemG werden auch nichtgewerbliche Abnehmer auf Verlangen den Anspruch auf ein SDB haben.

 

Ein Lieferant, Hersteller oder Importeur muß auch immer dann ein neues Sicherheitsdatenblatt ausfolgen, wenn sich die Zusammensetzung des Produktes ändert.

 

Bestellen Sie bei der Lieferung die aktuellen Sicherheitsdatenblätter und sammeln Sie diese bei der dafür verantwortlichen Stelle (zB Einkauf, SicherheitstechnikerIn)!

 

 

 

Welche Angaben müssen im SDB angeführt sein?

 

Wie bereits zuvor erwähnt, gelten in Österreich nach wie vor die Vorschriften, der ÖNORM Z1008. Da jedoch die im EU-SDB enthaltenen Angaben umfassender sind als die österreichischen Vorschriften, und man erwarten kann, daß die relevanten EG-Richtlinien in absehbarer Zeit in nationales Recht umgewandelt werden, werden in diesem Abschnitt die Punkte des EU-SDBs besprochen.

 

Folgende 16 Punkte müssen in der nachfolgenden Reihenfolge im SDB gemäß EG-Richtrlinie 91/155/EWG enthalten sein:

 

1. Stoff-/ Zubereitungs- und Firmenbezeichnung

 

2. Zusammensetzung / Angaben zu den Bestandteilen

Anhand der Angaben sollten der AbnehmerInnen ohne Schwierigkeit die Gefährdungen durch den Stoff oder die Zubereitung erkennen können. Bei Zubereitungen müssen nur jene Bestandteile angeführt sein, die gesundheitsgefährdend sind und bestimmte Konzentrationen (die im ChemG angegeben sind) erreichen oder überschreiten. Für diese Stoffe ist die jeweilige Einstufung in der Form der Gefahrensymbole und R-Sätze anzugeben.

 

3. Mögliche Gefahren

Die wichtigsten Gefährdungen, die von dem Stoff oder der Zubereitung insbesondere für Mensch und Umwelt ausgehen, sind kurz und klar zu beschreiben.

 

4. Erste Hilfe Maßnahmen

 

5. Maßnahmen bei der Brandbekämpfung

Anzugeben sind insbesondere:

 

 

6. Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

Je nach Stoff oder Zubereitung können folgende Informationen erforderlich sein:

 

7. Lagerung und Handhabung

 

8. Expositionsbegrenzungen und persönliche Schutzmaßnahmen:

 

9. Physikalische und chemische Eigenschaften:

 

10. Stabilität und Reaktivität

 

11. Angaben zur Toxikologie

 

12. Angaben zur Ökologie

 

13. Hinweise zur Entsorgung

Stellen die Reste oder Abfälle eine Gefährdung dar, müssen die Rückstände genannt und Hinweise für ihre sichere Handhabung gegeben werden.

Anzugeben sind

 

14. Angaben zum Transport

 

 

15. Vorschriften

 

16. Sonstige Angaben:

 

Woran kann man erkennen, daß das SDB noch aktuell ist?

 

 

 

Welche Informationen kann man aus Sicherheitsdatenblätter erhalten?

  1. Informationen zum Produkt selbst

 

Konkrete Angaben über die Inhaltsstoffe eines Produkts eröffnen mehrere Möglichkeiten:

 

Oft finden sich hier keine exakten Angaben, (zB "Gemsiche aliphatischer, aromatischer Kohlenwasserstoffe etc.). Dafür werden häufig an anderer Stelle eindeutige Angaben zu Inhaltsstoffen gemacht. (zB in den Abschnitten Expositionsbegrenzungen und persönliche Schutzausrüstung, Toxikologie oder Vorschriften).

Auf solche "versteckten" Angaben gilt es beim Lesen des Datenblattes besonders zu achten.

 

 

 

MAK-Werte und TRK-Werte lassen bei unschafer Charakterisierung des Produkts (zB nur Angabe einer Produktgruppe, der das Produkt zuzuordnen ist) einen Rückschluß auf Inhaltsstoffe zu.

Achtung: Dabei ist das Ausstellungsdatum des SDB zu beachten - welche MAK-Liste galt zu diesem Zeitpunkt? Grenzwerte ändern sich möglicherweise!

 

 

 

 

pH <7 sauer

pH=7 neutral

pH >7 alkalisch

 

Je extremer die pH-Werte sind, desto ausgeprägter ist der Charakter der Lauge bzw. der Säure.

Produkte mit pH>12 oder < 2 sollten unbedingt (unabhängig von der Kennzeichnung als ätzend betrachtet werden. Solche Stoffe zersetzen organisches Material, wie Holz, Leder, Wolle und auch die Haut. Jeder Kontakt mit der haut muß natürlich unbedingt vermieden werden. Auch schwächere Säuren(pH2 bis 4) und Laugen (pH 10-12) sind grundsätzlich als reizend zu betrachten.

 

Achtung: Im Kontakt mit Wasser entwickeln starke Säuren und Laugen Wärme. Es kann daher zum Sieden und zur Bildung von Spritzern kommen. Sehr heftig ist die Reaktion von Säuren und Laugen miteinander.

 

 

 

 

 

Flammpunkt

VbF

Gefahrensymbol

R-Satz

>100C

-

-

-

55-100 C

A III

-

-

21-55C

A II

-

R 10: entzündlich

< 21C

A I / B

F

R 11: leicht entzündlich

< 0C und Siedepunkt <35C

A I

F+

R 12: hochentzündlich

 

 

 

 

 

 

 

 

Punkt 11: Angaben zur Toxikologie:

Hier sind Inhaltsstoffe anzuführen, die LD50 oder LC50 aufweisen.

 

 

Punkt 12: Angaben zur Ökologie:

Die Angabe der umweltgefährdenden Inhaltsstoffe ist hier vorgesehen.

 

 

  1. Informationen zum Schutz der ArbeitnehmerInnen

Hinweise auf mögliche Gefährdungen, Schutzmaßnahmen und arbeitshygienische Vorschriften und Erste Hilfe Maßnahmen findet man in den Punkten 3, 4, 6, 8.2 und 8.3.

 

Welche Institutionen geben Auskünfte?

 

 

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt AUVA

 

Die AUVA hat für die Unternehmer die Rolle des Haftpflichtversicherers.

Sie kommt für Heilungskosten und Entschädigungen für die Opfer der Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen auf. Sie zahlt also in jenen Fällen, in denen bewiesen werden kann, daß die Ursache einer Erkrankung oder Verletzung eindeutig mit der jeweiligen Arbeit in Zusammenhang steht.

 

Nur ein sehr geringer Prozentsatz (seit 1991 4 %) des Budgets dient den Vorbeugemaßnahmen (medizinischen Vorsorguntersuchungen, Messungen von belastenden Umgebungsfaktoren, Betriebsberatung, Seminare und Informationsmaterial). Die zuständige Abteilung innerhalb der AUVA trägt diese Absicht im Programm: HUB = Hauptstelle für Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung.

Die Unfallverhütungsdienste in den Bundesländern können ebenfalls Auskünfte erteilen.

 

Viele wissen nicht: Eine Beratung durch die AUVA ist kostenlos und unverbindlich!

 

AUVA - Hauptstelle für Unfallverhütung, Adalbert-Stifter-Str. 65, 1201 Wien

Tel.: 0222/33111

Unfallverhütungsdienst der Landesstelle Linz, Blumauerstr.1, 4021 Linz

Tel.: 0732/6920-0

Das Arbeitsinspektorat (AI)

 

Das AI hat im wesentlichen 2 Funktionen:

 

1. Kontrolle der Arbeitsbedingungen:

 

Die Arbeitsinspektorate sind staatliche Behörden, die dem Sozialministerium unterstehen. Sie sind damit beauftragt, die Einhaltung der Vielzahl der ArbeitnehmerInnenschutzvorschriften zu überwachen.

 

Vorherige Anmeldung im Betrieb ist ausdrücklich verboten. Auch dürfen die ArbeitsinspektorInnen nicht bekannt geben, ob sie routinemäßig oder aufgrund einer Anzeige gekommen sind.

 

2. Beratung:

 

Die AI hat auch beratende Funktion. Gerade in Zusammenhang mit der Planung von Neuanlagen bietet die Behörde Beratung an

 

AI für den 9. Aufsichtsbezirk, Pillweinstr. 23, 4020 Linz, Tel.: 0732/603880

AI für den 18. Aufsichtsbezirk, Ferd.Öttlstr.12,4840 Vöcklabruck,

Tel.: 07672/727690

AI für den 19.Aufsichtsbezirk, Edisonstr.2,4600 Wels, Tel.: 07242/68647

 

ppm Beratungsteam Chemie- & Arbeit

ist eine Berater- und Forschergruppe mit Schwerpunkten in den Bereichen Arbeitsschutz, Chemie, Toxikologie, Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung und Weiterbildung. ppm wendet sich an jene Personen und Institutionen, in deren Verantwortung und Interesse es liegt, in den Betrieben Gesundheit, Arbeitsschutz und Umgang mit chemischen Stoffen zu verbessern und den Informationsfluß zu den dort arbeitenden Menschen zu gewährleisten. Dies sind v.a. Gewerbe-, Klein- und Mittelbetriebe, Sicherheitstechnik, Arbeitsmedizin und Ausbildung, Betriebsrats-, Arbeitsschutz- und Vorgesetztenpositionen.

 

ppm bietet Schulungs- und Beratungsleistungen für Betriebe im Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen, Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit, Zugang zu Fachbibliothek und Schadstoffdatenbank, Vermittlung von Expertenkontakten, Materialien sowie Seminarunterlagen.

 

ppm Beratungsteam Chemie & Arbeit, Kaplanhofstraße 1, 4020 Linz

Tel 0732 / 78 20 78, Fax 0732 / 78 20 78 - 99, e-mail: ppm.linz@demut.or.at

Die Vergiftungsinformationszentrale

Tel.: 0222 / 406 43 43 oder 0222 / 40 40 0 - 2222

 

ist eine telefonisch rund um die Uhr erreichbare Auskunftsstelle. Sie gibt in akuten Vergiftungsfällen Ratschläge für Rettungsmaßnahmen und Hinweise für die Behandlung. Auskünfte über Zusammensetzung chemischer Produkte und Beratung bei Vorsorgemaßnahmen liefert sie in der Regel nicht.

 

Damit die Vergiftungsinformationszentrale Anfragen optimal und rasch bearbeiten kann, benötigt sie folgende Angaben:

 

· wer: betroffene Person

· wie: ist der Zustand der betreffenden Person

· was: aufgenommene Substanz

· wieviel: davon wurde aufgenommen

· wann: ist das geschehen

· warum: Irrtum / Unfall / Absicht

· wo: Arbeitsplstz, Garten, Wohnung, Garage etc.

· Anfragende Person / Stelle