Chemiker ohne Job ?

Eine klare Antwort ist derzeit nur bedingt möglich

Dip.Ing.Konrad Zimmermann, HTBLV Rosensteingasse
In Österreich gibt es nach groben Schätzungen etwa 10.000 Chemiker verschiedenster Ausbildungswege und Tätigkeiten. Im April 1995 waren laut Daten des Arbeitsmarktservice etwa 300 davon arbeitslos gemeldet, Das ergibt eine Arbeitslosenquote von rund drei Prozent. Damit liegen Chemiker unter dem Durchschnitt der österreichischen Bevölkerung von etwa sechs Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, sinkt im allgemeinen mit steigender Bildung.

Das Arbeitsamt ordnet Arbeitslose in bestimmte Berufsbezeichnungen ein: Wesentlich ist dabei der zuletzt ausgeübte Beruf. In dieser Zusammenfassung sind die folgenden Berufsbezeichnungen erfaßt: Chemiker, Technischer Chemiker (diese beiden ergeben bereits den Großteil der Arbeitslosen), Biochemiker, Chemotechniker, Gärungstechniker, Gentechniker, Genetiker (eigentlich ein Zweig der Biologie, womit ein Viertel der arbeitslosen Biologen der Chemie zugerechnet werden), Gas- und Feuerungstechniker, Verfahrenst echniker. Lebensmittel- und Biotechnologen scheinen in den Zahlen des Arbeitsmarktservice nicht auf, da diese Berufsgruppe dort unbekannt ist.

Mit einer Arbeitslosenquote von weniger als drei Prozent liegen die Chemiker, im Vergleich mit anderen Berufsgruppen, relativ gut im Rennen

Als arbeitslos gilt jedoch nur, wer schon einmal in diesem Beruf gearbeitet hat. In den Daten des Arbeitsamtes nicht erfaßt sind also jene Absolventen von Studien in HTLs und Universitäten, die noch nie in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben, sei es, weil nach einer HTL beispielsweise ein Wirtschaftsstudium absolviert wurde oder weil nach einer Dissertation einfach kein adäquater Job in Österreich zu haben war. Am geringsten ist die Absolutzahl der arbeitslosen Absolventen von Fachschulen, die in den Z ahlen der HTLs enthalten sind - übrigens auch jene der vier- und sechssemestrigen Kollegs.

Die Absolventenzahl der Fachschulen ist in den letzten Jahren gesunken. Hingegen wächst die Anzahl der Universitätsabsolventen der klassischen Chemiestudien (Chemie, Lehramt Chemie, Technische Chemie, Lebensmittel- und Biotechnologie) seit Jahren konstant an. Stark ist in den letzten fünf Jahren die Absolventenzahl der HTLs und Kollegs - erfreulicherlichweise nicht aber deren Arbeitslosigkeit - gestiegen.


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