CHEMIEOLYMPIADE 2000:

Das BG/BRG Linz-Ramsauerstraße war Austragungsort des Bundeswettbewerbes der 26. Österreichischen Chemieolympiade. Die Schule präsentiert sich nach dem Umbau so, wie man sich eine AHS wünscht, und auch der Chemiebereich befindet sich in einem Zustand, von dem viele KollegInnen nur träumen können.

Das dürfte wohl das Verdienst eines Mannes sein, der ein derartiger Profi in organisatorischen Belangen ist, dass er gewiß auch eine IChO ohne das geringste Anzeichen von Stress auf die Beine stellen könnte: Es schien als organisierte Günther Vormayr diesen Wettbewerb so nebenbei, ließ sich von den mehr oder weniger hektischen Betreuern Jelinek, Kerschbaumer, Scheiber und Zechmann nie aus der Fassung bringen, schaffte nicht nur alle Geräte und Chemikalien (z.T. aus den USA) herbei, sorgte für die 23 SchülerInnen, Exkursionen (Stahl Linz, Lenzing AG, Greiner, Vetropack, Agro Linz Melamin und Uni Linz), Empfänge (durch Stadt bzw. Land) und Rahmenprogramm (Stift Kremsmünster, Ars Electronica Center), sondern sorgte auch für alle EDV-Belange und dokumentierte alles auf der Homepage der Schule. Bestens assistiert wurde er von Karolin Wabro, die zur Not auch noch auf den Namen Hagenbuchner hört.


Maskottchen Edi mit offiziellem Namensschild
und "seinen" Medaillen
Die TeilnehmerInnen des Bundeswettbewerbes sind auf obiger Homepage ebenso nachzusehen wie der Ablauf des Programmes und die Ergebnisse. Die bei der Siegerehrung von MR Dr. Maria Zadrazil mit Medaillen Ausgezeichneten sollen hier nochmals erwähnt werden: Martin Kreidl (Paulinum Schwaz) und Astrid Knall (Graz-Oeversee) erhielten Gold, Stefan Rath (Fürstenfeld) wurde versilbert, und Max Kasy (BG Wien 8, Piaristen), Yo Abe (BRG Mödling) sowie Peter Stehring (BORG Deutschlandsberg) errangen Bronze.

Die vier Bestplazierten des Bundeswettbewerbes bildeten das Nationalteam für die 32. internationale Chemieolympiade in Kopenhagen.

Die theoretischen Aufgaben der IChO befassten sich mit Thermodynamik und Korrosion am Beispiel von Beton und Eisen der neuen Öresund-Brücke, mit mehrkernigen Eisenkomplexen, mit der Synthese eines pflanzlichen Heilmittels, mit Strukturaufklärung mittels MS und 1H-NMR, mit der Aufklärung eines Mechanismus über mit 32P markierter DNA, und mit Gleichgewichtsberechnungen am Beispiel des harten Wassers. In der Praxis mussten die Schüler diesmal mehr präparativ als analytisch arbeiten: Es waren sowohl ein Ester als auch ein Manganoxalatokomplex herzustellen, wobei der Komplex in weiterer Folge iodometrisch und manganometrisch zu analysieren war. Die Aufgaben sind unter www.icho2000.gymfag.dk nachzulesen, weiters finden sich viele Fotos unter www.mascht.cjb.net.

Die Exkursionen führten zum dänischen Entsorgungszentrum in Nyborg, zu einem kalorischen Kraftwerk, zum Andersen-Museum in Odense, zu den Schlössern Frederiksborg, Fredensborg und Kronborg, sowie zur Carlsberg-Brauerei, die großartige Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Enzymtechnologie macht. Und übrigens: Man lief in Dänemark nie Gefahr zu verdursten.


(von li nach re):Kreidl, Knall, Kerschbaumer, Zechmann, Jelinek, Rath, Kasy

Der Bekanntgabe der Ergebnisse bei der Siegerehrung wurde wie üblich entgegengezittert. Die Hoffnungen lagen bei drei Mal Silber und ein Mal Bronze, wurden aber dann bei weitem übertroffen: Wäre es bei einem Fußballmatch gewesen, hätten wir "So ein Tag, so wunderschön wie heute" gesungen, denn zwei Mal Gold (Max Kasy und Martin Kreidl), ein Mal Silber (Astrid Knall) und ein Mal Bronze (Stefan Rath) bedeutete nicht nur den Medaillengewinn für jeden unserer Teilnehmer sondern auch den fünften (nach Medaillen) bzw. sechsten (nach Punkten) Rang in der Mannschaftswertung unter 53 Nationen (womit wir bestes Land der EU waren). Ganz vorne wieder - schon ein wenig fad - die Chinesen und Russen, während der Sieger der Einzelwertung aus den USA kam.

Die nächste IChO sollte eigentlich in Prag stattfinden. Die Tschechen demonstrieren auf diesem Sektor nicht gerade EU-Reife, denn sie sagten die Veranstaltung aus organisatorischen und finanziellen Gründen ab (angeblich interessiert sich der Staatsanwalt dafür, wohin die bis dato geflossenen Mittel gesickert sind). Es droht also für das kommende Jahr ein Ausfall der Olympiade, denn eine solche mit rund 600 involvierten Personen auszurichten, ist von der Logistik her wesentlich schwieriger als eine Kongress-Organisation, und benötigt daher 2 bis 3 Jahre Vorlaufzeit. Ein Silberstreif am Horizont ist aber die Zusage Indiens, man wolle bis Herbst prüfen, ob sich eine Olympiade auch innerhalb eines Jahres aus dem Boden stampfen ließe. Den Indern ist dies aufgrund ihrer personellen Ressourcen durchaus zuzutrauen.

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