25. Österreichische und 31. Internationale Chemieolympiade:

Die österreichische Chemieolympiade kommt in die Jahre. Aber trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen ist sie auch im 25. Jahr nach wie vor erstaunlich vital. In diesem Schuljahr nahmen österreichweit wieder rund 1200 Schüler und Schülerinnen an 95 AHS in 130 Kursen daran teil, wovon sich ein Teil über die Kurs- und Landeswettbewerbe für den Bundeswettbewerb qualifizierten.

Es darf an dieser Stelle auf die Eduard-Sziruscek-Festschrift verwiesen werden, die diese 25 Jahre Revue passieren lässt.

Der Bundeswettbewerb im Jubileumsjahr fand am BG und BRG Schwechat unter der umsichtigen Leitung der Professoren Hofstötter und Janssen statt. Hofrat Hruska und etliche Damen und Herren aus dem Lehrkörper trugen entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung bei. Dazu kamen die Vortragenden und Aufgabensteller Kerschbaumer, Scheiber, Stumreich und Zechmann.

Die 23 Schüler (wie immer einer davon aus Südtirol; nicht wie immer: 7 Teilnehmer waren Teilnehmerinnen, was neuen Rekord bedeutet) erhielten wie üblich eine 14-tägige vertiefte Ausbildung in den Themen Spektroskopie, Reaktionsmechanismen, Elektronenhülle, Thermodynamik, Komplexchemie, Chemisches Gleichgewicht, Biochemie, Elektrochemie, Kinetik, Umweltchemie sowie die zugehörigen Praktika.

Ergänzt wurde das Programm durch qualitativ hochwertige Exkursionen zu Baxter-Immuno, zur OMV, zu den EBS, zum Institut für molekulare Pathologie (im Vienna Biocenter) und durch Empfänge bei Bürgermeister Gogola und bei Landeshauptmann Pröll in St. Pölten sowie durch Ausflüge in die Lobau, in die Wachau und nach Carnuntum.

Nach einem spannenden Wettbewerb fand am 10. Juni 1999 die Schlußveranstaltung in einem dem Jubileum würdigen Rahmen, nämlich im Festsaal der Universität Wien statt. Dabei sprachen Dr. Maria Zadrazil für das BMUK, Dr. Wolfgang Frank für den Fachverband der chemischen Industrie (der die Buchpreise spendierte und auch zum anschließenden Festessen lud) und Caritas-Direktor Dr. Landau als Chemieolympionike der nahezu ersten Stunde. Univ.-Prof. Dr. Peter Claus hielt die Festansprache und die Bundesministerin Elisabeth Gehrer nahm die eigentliche Siegerehrung vor: Goldmedaillen erhielten Martin Kreidl (Schwaz) und Astrid Knall (Graz). Silber gab es für Marko Poglitsch (Villach), Maximilian Kasy (Wien) und Kathi Bica (Wien), sowie Bronze für Reingard Schandl (Wien), Stefan Rath (Fürstenfeld), Michael Wagner (Wien) und Markus Valtiner (Villach). Die vier Erstgenannten bildeten das österreichische Team bei der 31. ICHO.
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Foto vom Bundeswettbewerb (von li nach re): Max Kasy, Martin Kreidl, BM Elisabeth Gehrer, Astrid Knall, Marko Poglitsch.

Die internationale Chemieolympiade fand im Juli in Bangkok (Thailand) statt. Und dies bei entsprechenden Temperaturen, wobei der praktische Teil des Wettbewerbs in nicht klimatisierten Räumlichkeiten stattfand (und jeder Teilnehmer eine Heizplatte benutzte).

Als weitere Schwierigkeit kam für etwa ein Drittel der Teilnehmer bzw. Betreuer ein Darmproblem hinzu, was für manche sogar einen vorübergehenden Spitalsaufenthalt notwendig machte; unsere Schüler hatten aber an den Wettbewerbstagen keine Probleme. Doch insgesamt war es eine von den Gastgebern mit viel Ambition durchgeführte Olympiade, die von einer Prinzessin des nahezu abgöttisch verehrten Königshauses eröffnet wurde. Die Beratung der Aufgaben artete auch heuer wieder einmal zu einem Marathon aus, der erst um Fünf Uhr morgens beendet wurde (und bereits um Sieben hatten die Gastgeber die Abfahrt zur Besichtigung des Königspalastes angesetzt).

Die theoretischen Aufgaben kamen aus der Thermochemie, der Radioaktivität, der Magnetochemie (Komplexchemie), der Zuckerchemie und der Proteinchemie. Die Praxis brachte einerseits eine kinetische Aufgabe, die trotz nicht vorhandener Thermostatisierung einigermaßen gut ging. Andererseits war die Isolierung und Bestimmung (nasschemisch bzw. über Spektren) eines Naturstoffes aus einem ätherischen Öl gefordert; diese Aufgabe im Mikromaßstab bereitete fast allen Teilnehmern große Schwierigkeiten.

Während die Lehrer Sitzungen über das Regelwerk zur Olympiade und den Korrekturvergleich hinter sich bringen mussten, hatten die Schüler bereits Gelegenheit, sich dem Rahmenprogramm (unter anderem ein Besuch der alten Hauptstadt Ayutthaya) zu widmen, und internationale Kontakte jeglicher Art zu knüpfen.

Begleitet von einem Wolkenbruch (es war ja Regenzeit) fand dann die Siegerehrung durch Prinzessin Chulabhorn (die Chemieprofessorin ist) statt. Martin Kreidl erreichte eine Silbermedaille, Maximilian Kasy und Astrid Knall wurden mit Bronzemedaillen ausgezeichnet. Die Genannten haben noch die achte Klasse vor sich und werden daher im kommenden Jahr in Dänemark nochmals Gelegenheit haben, auf Medaillenjagd zu gehen.

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Foto von der ICHO (von li nach re): Martin Kreidl, Maskottchen Edi mit Medaillen, Max Kasy, Astrid Knall.

Die inoffizielle Mannschaftswertung sah (erstmals) die USA in Front, dahinter die traditionell starken Ostasiaten Korea und China. Österreich hatte diesmal ein sehr junges Team und plazierte sich daher "nur" auf dem 23. Platz unter 51 Nationen.

Zechmann

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