Von Knallteufeln und Knatterfontänen

Experimente mit pyrotechnischem Spielzeug (Teil I)

Viktor Obendrauf

4. Klassische Rezepte für viele Gelegenheiten

Wie die kurze Charakterisierung der Feuerwerksklassen bereits zeigt, trifft man trotz der großen Vielfalt an pyrotechnischen Artikeln vor allem bei einfacheren Produkten immer wieder auf ähnliche Rezepturen. Bei pyrotechnischem Spielzeug der Klasse I werden die verschiedenen Effekte mitunter nur durch einen unterschiedlich gestalteten Abbrand hervorgerufen, der durch die diversen Düsen und Öffnungen an den Behältnissen (meist Pappröhren) "gesteuert" wird.

Viele Jahrhunderte lang waren die pyrotechnischen Rezepturen ausschließlich empirisch gewonnene Daten, wobei sich bis heute China als klassisches Ursprungsland vieler pyrotechnischer Produkte am riesigen Weltmarkt behauptet. Die Herstellung pyrotechnischer Produkte erfordert in vielen Fällen noch zeitraubende Handarbeit, die in China vergleichsweise noch konkurrenzlos billig ist.
Erst seit etlichen Jahrzehnten werden pyrotechnische Mischungen auch aus chemischer Sicht wissenschaftlich hinterfragt. Zusammenfassende Überlegungen zur Funktion diverser Komponenten in pyrotechnischen Gemischen findet man immer wieder zusammen mit warnenden Hinweisen, die vorgestellten Rezepturen nicht mit harmlosen chemischen Kochvorschriften zu verwechseln [1,2]. Auch in dieser Zeitschrift wurden schon Anleitungen zun sicheren Bau von Leuchtsätzen und Raketen geliefert [3]. Deshalb sollen in diesem Beitrag auch keine genauen Mengenangaben zum Fabrizieren von Raketentreibsätzen, Leuchtsätzen, Knallmischungen und dergleichen aufgelistet werden. Es sollen zunächst nur prinzipiell wichtige und typische Komponenten von pyrotechnischen Mischungen überblicksmäßig zusammengefasst werden, soweit diese auch in pyrotechnischem Spielzeug verarbeitet sein können.