Von Knallteufeln und Knatterfontänen

Experimente mit pyrotechnischem Spielzeug (Teil I)

Viktor Obendrauf

7. Farbgebende Zusätze

Als flammenfärbende Zusätze in pyrotechnischen Mischungen dienen vor allem Alkali- und Erdalkalimetallsalze. Wenn diese Ionen nicht schon in den sauerstoffliefernden Oxidationsmitteln enthalten sind, muss man für zB. Bengalhölzer o.ä. je nach gewünschter Farbe bestimmte Salze zumischen.

    Farbe Flammenfärbender Stoff Formel
    Rot Strontiumcarbonat
    Strontiumnitrat
    Strontiumoxalat
    Strontiumsulfat
    SrCO3
    Sr(NO3)2
    SrC2O4
    SrSO4
    Grün Bariumcarbonat
    Bariumnitrat
    Bariumsulfat
    BaCO3
    Ba(NO3)2
    BaSO4
    Blau Kupfer(I)-chlorid
    Kupfer(II)-carbonat
    Kupfer(II)-oxid
    CuCl
    CuCO3
    CuO
    Orange Calciumcarbonat
    Calciumoxalat
    Calciumsulfat
    CaCO3
    CaC2O4
    CaSO4
    Gelb Kryolith
    Natriumnitrat
    Natriumoxalat
    Na3AlF6
    NaNO3
    Na2C2O4

Mit Ausnahme von gelbfärbenden Natrium-Ionen sind es dabei nicht die jeweiligen Alkali- oder Erdalkali-Ionen allein, die einer pyrotechnischen Flamme intensiv Farbe verleihen. Meist müssen die farbgebenden Partikel (z. B. des Typs Me-Cl) in der Abbrandzone in Kombination mit sogenannten Chlor-Donatoren (PVC, Chlorat, Perchlorat) erst gebildet werden. Kaliumchlorat bzw. Kaliumperchlorat - die Natriumsalze sind wegen ihrer Hygroskopizität unbrauchbar - erfüllen somit in pyrotechnischen Mischungen oft mehrere Funktionen: Diese Substanzen dienen als nicht hygroskopische und billige Oxidationsmittel und zusätzlich als Chlor-Donatoren zur Intensivierung der Farben, wobei die schwache violette Kaliumflamme den eigentlich gewünschten Farb-Effekt nur wenig beeinträchtigt [4].