Von Knallteufeln und Knatterfontänen
Experimente mit pyrotechnischem Spielzeug (Teil I)
7. Farbgebende Zusätze
Als flammenfärbende Zusätze in pyrotechnischen Mischungen dienen vor allem Alkali- und Erdalkalimetallsalze. Wenn diese Ionen nicht schon in den sauerstoffliefernden Oxidationsmitteln enthalten sind, muss man für zB. Bengalhölzer o.ä. je nach gewünschter Farbe bestimmte Salze zumischen.
| Farbe | Flammenfärbender Stoff | Formel |
| Rot | Strontiumcarbonat
Strontiumnitrat
Strontiumoxalat
Strontiumsulfat | SrCO3 Sr(NO3)2 SrC2O4 SrSO4 |
| Grün | Bariumcarbonat
Bariumnitrat
Bariumsulfat | BaCO3 Ba(NO3)2 BaSO4 |
| Blau | Kupfer(I)-chlorid
Kupfer(II)-carbonat
Kupfer(II)-oxid | CuCl CuCO3 CuO |
| Orange | Calciumcarbonat
Calciumoxalat
Calciumsulfat | CaCO3 CaC2O4 CaSO4 | |
| Gelb | Kryolith
Natriumnitrat
Natriumoxalat | Na3AlF6 NaNO3 Na2C2O4 |
Mit Ausnahme von gelbfärbenden Natrium-Ionen sind es dabei nicht die jeweiligen Alkali- oder Erdalkali-Ionen allein, die einer pyrotechnischen Flamme intensiv Farbe verleihen. Meist müssen die farbgebenden Partikel (z. B. des Typs Me-Cl) in der Abbrandzone in Kombination mit sogenannten Chlor-Donatoren (PVC, Chlorat, Perchlorat) erst gebildet werden. Kaliumchlorat bzw. Kaliumperchlorat - die Natriumsalze sind wegen ihrer Hygroskopizität unbrauchbar - erfüllen somit in pyrotechnischen Mischungen oft mehrere Funktionen: Diese Substanzen dienen als nicht hygroskopische und billige Oxidationsmittel und zusätzlich als Chlor-Donatoren zur Intensivierung der Farben, wobei die schwache violette Kaliumflamme den eigentlich gewünschten Farb-Effekt nur wenig beeinträchtigt [4].
|