Fresken - Illusionsmalerei
- Tafelmalerei - Bildteppiche
Fresko
Das Wort an sich kommt aus dem italienischen und
hat die Bedeutung 'frisch'. Dies erklärt sich durch die angewandte
Technik beim Malen von Fresken.
Allem voran werden der zu bemalende Wand mehrere
Schichten verschieden gekörnten Kalkmörtels aufgetragen, wobei die gröbste
zuerst und der feinste zuletzt ihre Verwendung findet. Auf der
vorletzten Schicht Kalkputz erfolgt dann die Vorzeichnung.
Die Wandmalerei wird anschließend mit Kalkfarben
auf dem letzten, feinen, noch feuchten Kalkmörtelputz aufgemalt. Der
Sinn liegt darin, dass der Mörtel beim Abbinden (= Trocknen bei
gleichzeitiger Aufnahme von Kohlensäure aus der Luft) die Farben
wetterfest an sich bindet. Dem Maler erlaubt diese Technik jedoch nur
die Ausgestaltung begrenzter Teile der gesamten Fläche, was heißt die
Arbeit muss schnell erfolgen (an einem Tag = Tagwerk).
Illusionsmalerei
Vom technischen Standpunkt aus gesehen ist die der
Illusionsmalerei ident mit jener der Freskomalerei, da es sich auch hier
im Grunde um Fresken handelt.
Spricht man von einem Fresko, ist dies meist eine
illusionistische Deckenmalerei umrahmt von pompösen Stuck, die während
des Früh- und Hochbarocks entstanden ist.
Jene Malerei die wahre Illusion schafft und auf
jeglichen Rahmen verzichtet entwickelte sich erst im Spätbarock und
ihre Motive waren:
-
zum Einen die Öffnung des Raumes zu einem von Heiligen,
olympischen Göttern und allegorischen Figuren belebten Himmel
-
zum Anderen das Verwischen der Grenzen zwischen Architektur und
Deckenmalerei.
Scheinarchitekturen setzen Säulen und Gesimse bis
zur Himmelszone fort, deren Darstellungen ohne Erklärungen dem
Uneingeweihten nur dekorative Werte vermitteln.
Tafelmalerei
Thematisch in Zusammenhang stehend mit den sacralen
Deckenmalereien , zeigen die riesigen Tafelbilder barocker Altäre
Szenen des Alten und des Neuen Testaments.
Symmetrie und Horizontale, beide ihres Zeichens
Garanten einer ruhigen Bildführung, werden aufgegeben und durch Schräglagen
ersetzt die eine illusionistische Bildtiefe vermitteln.
Ungeachtet der Ausarbeitung von Details, wird mit kühnen
Pinselschwüngen das Wichtige hell, aus einem dunklen, verschwimmenden
Hintergrund herausgearbeitet und die Akzente werden ausschließlich mit
Licht gesetzt (Lichtkompositionen).
Leider fordert diese rasche Maltechnik auf grauem
und braunen Grund auch ihren Tribut in Bezug auf die Langlebigkeit der
Bilder. Da der dunkle Hintergrund nicht ganz mit Farbe bedeckt werden
musste, ließ die Zeit die Bilder rasch nachdunkeln und die heute fast
schwarz wirkenden Bilder trugen einst viel fröhlichere Farben.
Tapisserie
(Bildteppiche)
Die großformatigen Teppiche dienen als Wandbehang
und bestehen aus Leingarn mit Wolle oder Seide. Die ihnen zugedachten
Motive zeigen Sagen-, Fabel und biblische Wesen. Hergestellt wurden sie
meist von Hand, jedoch auch gewebt, geknüpft und gestickt nach einem
vorgefertigten Kartonentwurf.