Joseph II
Kaiser König und Reformer
* 13. März 1741 in Wien
+ 20. Februar 1790
Joseph II regierte im Sinne eines aufgeklärten Absolutismus.
Er wurde als menschenverachtender und ungläubiger Kasier
bezeichnet. Schon seine Erziehung war stark von den Ideen der
Aufklärung geprägt.
Aufgrund des Absolutismus kann es immer mehr zu einer gespannten
Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter Maria Theresia, hingegen
verlief die Beziehung zu seinem Vater harmonischer.
Joseph spürte im Gegensatz zu seiner Mutter eine starke
Verehrung für Friedrich II dem Preussenkönig. Die
Annäherung zu Friedrich II wurde jedoch von Josephs Staatskanzler
Kaunitz verhindert und so verliefen die beiden Begegnungen eher
enttäuschend (1779 in Neisse und 1770 in Mährisch)
Joseph II wurde auch als der volkstümliche Herrscher bezeichnet.
Er reiste viel in seinen Ländern herum, wollte alles
genau kennenlernen, interessierte sich für die Probleme der
armen Leute und wollte ihnen schneller helfen als die Beamten
von Wien.
- 6. 10. 1760: Hochzeit mit Isabella von Parma. Aus dieser Ehe
kommen 2 Kinder (Maria Theresia [ 1762 - 1770], Christine[* und
+ 20. 11. 1763]) Isabella wird auch mit der Kaiserin Elisabeth
(Sisi) verglichen
- 23. 11. 1763: Isabella stirbt nach der Geburt ihres 2. Kindes
an Blattern
- 1764: Krönung zum deutschen Kaiser
- 23. 01. 1765: Hochzeit mit Maria Josepha von Bayern (erzwungene
Hochzeit von seiner Mutter)
- ab 17. 09. 1765: deutscher Kaiser und Mitregent seiner Mutter
Maria Theresia in den habsburgerischen Erblanden
- ab 1780: Alleinherrscher
- 1772: setzte gegen den Willen Maria Theresias die Mitwirkung
Österreichs an der ersten Polnischen Teilung durch. Er erwarb
dadurch Galizien und Lodomerien
- 1775: gewann von der Türkei Bukovina
- 1777: Krieg gegen die Türkei, durch die Annäherung
an Rußland
- 1780: führte er zum Teil überstürzte Reformen
ein versuchte damit einen zentralisierten Einheitsstaat mit deutscher
Verwaltungssprache zu schaffen und ein extremes Staatssicherheitsystem
einzuführen
Einige dieser Reformen (1781):
- Abschaffung der Leibeigenschaft und der Folter
- Bau von Schulen und Krankenhäusern
- Vereinheitlichung der Steuerwesens (Besteuerung des Adels)
- Erlaß des Toleranzpatents für Juden, Griechisch-Orthodoxe
und Protestanten
- Förderung der Landwirtschaft und Wirtschaft im Sinne
des Merkantilismus
Aufstände in Ungarn und in den österreichischen Niederlanden,
sowie eine starke Opposition im Adel und in der Geistlichkeit
zwangen ihn, viele seiner Reformen wieder zurückzunehmen.