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Montesquieu

Charles de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu, französischer Schriftsteller, Rechts- und Staatsphilosoph

* 18. 01. 1689 Schloß La Brède bei Bordeaux

+ 10. 02. 1755 Paris

1714 nach humanistischen und juristischen Studien Parlamentsrat

1716 - 1726 Parlamentspräsident in Bordeaux

bereiste dann fast alle europäischen Länder (1729 - 31 Englandaufenthalt) und wurde Mitglied mehrerer Akademien; zuletzt war er fast völlig erblindet.

Sein Hauptwerk ist die staats- und kulturphilosophische Schrift "De l'Esprit des lois" (1748, dt. "Vom Geist der Gesetze" 1751), in der er eine anthropologische, soziologische, historische Gesetzgebungslehre in Beziehung zu den drei Staatsformen der Republik (Demokratie), der Monarchie und der Despotie entwickelte: Während Republik und Monarchie auf einer Rechtsgrundlage beruhen, wird die Despotie nur von der Furcht zusammengehalten und ist von Bräuchen (nicht Gesetzen) abhängig. Jede Verfassungsform hat ihr Grundprinzip aus dem die Gesetze abgeleitet werden. Vernunftgesetz und Naturgesetz ergänzen sich bei Gründung und Aufbau der organisierten menschlichen Gesellschaft und ein Gesetz wird jeweils aus der Natur des in Frage stehenden Bereichs abgeleitet. Jeder Rechts- und Lebensbereich hat so seine ihm eigentümlichen Gesetze. Daraus leitet Montesquieu auch die Forderung der Gewaltenteilung als Prinzip des inneren Staatsaufbaus ab. In dieser Formulierung wurde die Idee zu einer der wichtigsten Grundlagen der ersten Verfassungen in Nordamerika (1776 - 1787) und in allen späteren Verfassungen mit Gewaltenteilung.

Montesquieu schrieb auch Romane und Novellen; er gilt als erster französischer Aufklärer.