Barock


europäische Kunstepoche von 1570 - 1750

Dieser Kunststil entstand am Ende der Renaissance, wurde aber erst viel später anerkannt. Die Bezeichnung Barock wurde am Beginn mit Schwulst, Verfall und Regelwidrigkeit gleichgesetzt. Unter Barock versteht man die Zeit des Absolutismus, zwischen Humanismus und Aufklärung.

Zeitlich gliedert sich das Barock in

In dieser Zeit trat das Bürgertum seine erlangte Macht wieder an Kirche und Königtum ab, da es durch den 30-jährigen Krieg (1618-1648) stark geschwächt war.

Architektur:

Die Kunst des Barocks fand ihren stärksten Ausdruck in der bildenden Kunst. Auftraggeber waren Kirche und Königtum.

Merkmale des Barock:

Der Barockstil entstand in Rom, und wurde von dort aus in ganz Europa verbreitet. Durch Kolonialmächte drang die Kunst des Barocks bis nach Mexiko vor.

Vorbild für die Kirchenarchitektur war die Verbindung von Langschiff und zentralem Kuppelbau. Beispielhaft für den Schloßbau wurde das Königsschloß Versailles.

Die französischen Barockmeister Louis Le Vau und Jules Hardouin-Mansart schufen mit dem Schloß von Versailles eine Anlage, die dem Herrscheranspruch des absolutistischen Frankreichs in Europa repräsentativen Ausdruck gab.

Malerei:

In der Malerei galt der Norditaliener Michelangelo da Caravaggio (1573-1610) mit seiner von einem starken Realismus getragenen Kunst als Wegbereiter der Barockmalerei.

Die Meister dieser Zeit waren jedoch die Niederländer und die Flamen. Das Gefühl der Unendlichkeit, das die Architektur durch die Vielfalt ihrer Formen erweckte, riefen sie durch das malerische Wechselspiel von Licht und Dunkelheit hervor.

Die riesigen Fresken und Gemälde stellen neben religiösen Szenen Ereignisse aus der antiken Sage und aus der Geschichte dar. Sie zeigen in kräftigen Farben reichbewegtes Leben. Aber auch die Porträtmalerei wurde gepflegt. Viele Fürsten ließen sich und ihre Familien von berühmten Künstlern malen.

Literatur:

Die barocke Dichtung ist nicht mehr volksnah wie die des 16. Jhdts. Sie entwickelt ein repräsentatives Stil- und Formbewußtsein, das in Akademien und höfischen Gesellschaften gepflegt wird. Es entwickelte sich ein eigenständige Dichtung von starker Subjektivität insbesondere auf dem Gebiet der Lyrik.

Musik:

Auch die Musik der Barockzeit umspannt gewaltige Gegensätze. Der Individualismus der Renaissance entwickelt sich weiter und bringt einen betont subjektiven Zug in die Musik. Die verstärkte Besinnung auf den Einzelmenschen zeigt sich auch in der Vorliebe für solistische Besetzung (Sololied, Arie, Solosonate). Am Ende der Renaissance entstand die Oper.


Rokoko


Das Rokoko ist kein eigener Baustil, sondern eine phantasievolle Weiterbildung barocker Schmuckformen. Es währt von etwa 1730 - 1770. Das Wort ist vom französischen "rocaille" = Muschelwerk abgeleitet. Die krausen Formen der Rocaille, die in eleganter Leichtigkeit, geschnitzt oder stukkiert, Innenwände und Decken schmückt, lösen die schweren poastischen Zierformen des italienischen Ornaments ab.

Architektur: Im Deckenstuck des Rokoko sprießen zarte Zweiglien und anmutige Blütenformen aus den Kurven der Rocaille und verbinden sich mit luftigen Blumehgehängen zu heiter-bewegten Schmuckformen. Die Innenräume funkeln und sprühen im glanz einer verwirrend schönen Dekorationskunst, beispielsweise in der Amalienburg im Nymphenburger Shloßpark zu München.

Die Rokoko-Malerei, vor allem die damals hochgeschätzte Miniatur-und Pastellmalerei, stand in Deutschland weitgehend unter französischem, gelegentlich auch unter italienischem Einfluß. In der italienischen Malerei ist das Rokoko Ausklang einer traditionsreichen Entwicklung, dem im 19. Jhdt. kaum mehr nennenswerte Leistungen folgten.

In der Dichtung setzen sich nach französischem Vorbild zierlich-heiter, spielerisch-tändelnde Formen durch. Die Dichter preisen in ihrer Lyrik Liebe, Wein und Geselligkeit: auch Lessing, Goethe und Schiller schlossen sich in ihrer Jugend dieser Richtung an.

Mit dem Begriff Rokoko hat die Musikwissenschaft lange die Jahre zwischen 1735 und 1785 bezeichnet. Doch seit 1960 werden die musikalischen Erscheinungen dieser Zeit (z.B.: Mannheimer Schule) unter dem neutralen Begriff Vorklasssik zusammengefaßt.