
Christoph Willibald Gluck wurde am 2. Juli 1714 in Erasbach geboren. Sein Vater war Förster in der oberen Rhein-Pfalz. Tschechisch war seine Muttersprache. Mit 14 verließ er seine Eltern, um in Prag zu studieren. Dort arbeitete er als Organist. Er blieb allerdings nur kurz und fuhr weiter nach Wien, und dann nach Mailand, wo seine erste Oper 1741 aufgeführt wurde. Andere Opern folgten und wurden in Italien und 1745-46 in London gezeigt. In England lernte er Händels Musik kennen. Nach einigen Reisen (Dresden, Kopenhagen, Prag) zog er nach Wien. 1752 wurde er Konzertmeister vom Prinz von Saxe - Hildeburghausen Orchester, später sogar Kapellmeister. Gluck wurde ebenfalls am Hoftheater der französischen Oper als Komponist eingestellt. Er schrieb italienische Dramen für die Hofunterhaltung. Seine Freunde versuchten, am Anfang ohne Erfolg, für ihn einen Hofposten zu beschaffen, aber 1759 wurde er bereits am Hoftheater fest angestellt und bald danach wurde ihm eine königliche Pension bewilligt.
Der Musiker traf den Poeten Calzabigi und den Choreographen Angiolini und mit ihnen schrieb er das Ballett "Don Juan" (1761). Das Stück verkörpert einen neuen Grad von künstlerischer Einheit. Im nächsten Jahr schrieben sie die Oper "Orpheus und Euridike", die erste von Glucks sogenannten "Reform - Opern". 1764 komponierte er eine opéra comique "La rencontre imprévue" und die nächsten Jahre zwei Ballette. Bei einer weiteren Zusammenarbeit mit Calzabigi entstand das Stück "Alceste" (1767), dieses Mal choreographiert von Noverre. 1770 komponierte er "Paride ed Elena", welches einen nicht so großen Erfolg hatte.
Gluck entschied nun seine neuen Ideale für die französiche Oper zu verwenden. 1774 führte er "Iphigénie en Aulide" (französische Version von Orpheus und Euridike) in Paris auf. Es wurde eine Triumph führte aber zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Gluck und den italienischen Komponisten. Die Musiker waren nicht bereit, die Reformen von Gluck zu akzeptieren. Der Streit artete durch die Aufführung von "Armide" (1777) weiter aus. "Iphigénie en Tauride" (einer seiner größten Erfolge) und "Echo et Narcisse" (einer seiner größten Mißerfolge) folgten 1779. Er gab nun zu, daß seine Karriere zu Ende war. Gluck überarbeitete Iphigénie en Tauride für die deutsche Vorstellung und komponierte einige Lieder. Er gab seine Pläne für eine Reise nach London um eine Oper aufzuführen auf und starb am 15. November 1787 in Wien. Er war und ist bekannt als der Altmeister von Wiener Komponisten und als ein wichtiger Mann, der die Opernkunst reformierte.