Die Räuber
von Friedrich v. Schiller


Thema:

Ein Hauptthema dieses Dramas ist der Kampf des einzelnen gegen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Andere Motive sind das Thema der feindlichen Brüder und die gestörte Vater-Sohn-Beziehung.

Die Wirkung der Erstaufführung auf die Zuschauer:

Das Stück erscheint 1781, 1782 wird es in Mannheim uraufgeführt, nachdem der Intendant des dortigen Theaters weitgehende Umarbeitungen, z.B. die Verlegung der Handlung von der Gegenwart in das 1. Jahrhundert, verlangt hat. Die Wirkung auf die 1200 Zuschauer - das Theater ist ausverkauft - ist ungeheuer.

Auch Schiller wohnt, nachdem er heimlich aus Stuttgart gekommen ist, der Aufführung bei. Dies trägt ihm von Herzog Karl Eugen einen 14tägigen Arrest und später das Verbot zu schreiben ein. Der Text, 5 Jahre nach dem Höhepunkt des Sturm und Drang entstanden, ist nicht eindeutig dieser Epoche zuzuordnen, obwohl er viele entsprechende Motive enthält, wie den unbegrenzten Tatendrang, den Zorn über die Machtstrukturen des aufgeklärten Absolutismus (Tyrannenhaß), die fehlende Entfaltungsmöglichkeit des Genies oder den Wunsch nach Befreiung von den Einengungen religiöser und moralischer bürgerlicher Ordnungen. Daneben zeigt Schiller aber auch die Gefahren des Freiheitstaumels, der durch keine Moral kanalisierten Kraft und Gewalt. Er meint, daß sich maßloser Geniekult zerstörerisch auswirke, wenn er sich einer sittlichen Weltordnung entgegensetze.

Inhalt:

Der junge, leidenschaftliche Held Karl Moor studiert in Leipzig und führt dort ein leichtsinniges Leben. Er ist der Erstgeborene des alten regierenden Grafen von Moor und auch sonst der vom Schicksal Begünstigte. Karl entspricht der Idealfigur der Geniezeit. Sein jüngerer Bruder Franz Moor, äußerlich entstellt und vom Charakter her skrupellos, haßt seinen Bruder und setzt durch schändliche Intrigen Karls Enterbung durch, weil er selbt Schloßherr werden und Karls Geliebte Amalia für sich gewinnen will. Karl gerät über die Enterbung in tiefe Verzweiflung. Er beschließt, seinem Leben einen anderen Inhalt zu geben, und gründet eine Räuberbande mit gleichgesinnten Studenten. Für Karl steht dabei Hilfe für die Bedrängten und Strafe für die Ungerechten in Vordergrund, er zeigt sich als "edler" Verbrecher, als eine Art Robin Hood. Seine Bande begeht jedoch Überfälle und Raubzüge aus reiner Lust an der Gewalt. Karl kehrt mit seinen Gefährten in seine Heimat zuück, weil er, einsam und verloren, die Versöhnung mit seinem Vater sucht. Diesen findet er im Turm, von seinem Bruder eingesperrt. Der alte Moor stirbt, als er in Karl einen "Räuber" vor sich hat. Fanz erdrosselt sich.Das Schloß wird von den Räubern in Brand gesteckt, Karl tötet seine Braut Amalia, die ihn noch immer liebt, auf ihren Wunsch, weil die Räuberbande seinen Treueeid einfordert und sie ihm nicht folgen kann. Damit lädt Karl seine letzte, größte Schuld auf sich. Jetzt will er sich einem ordentlichen Gericht ausliefern, welches das von ihm verletzte Recht wieder herstellen kann.


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