Vortrag:
"Ich will nicht lesen"
Visuelle Wahrnehmungsstörungen bei Kindern
Mo, 17.5.2010; Zeichensaal

Referentin:

Luise Moser
Augenoptikermeisterin, Funktionaloptometristin
Visualtrainerin


www.optovital.at

 

   
... organisiert vom Elternverein der
Volks- und Hauptschule Mauerkirchen

Fast alles, was wir wissen, kam durch die Augen in den
Kopf!

Das Lesenlernen beginnt in einem Alter, in dem die
Sehfähigkeit noch nicht voll ausgebildet ist. Defizite in
der Sehentwicklung können deshalb in sehr kurzer Zeit
massive Lese-Lern-Probleme erzeugen und den dabei
entstehenden Stress verstärken.

Für das Kind, das häufig kein Verständnis für seine
schwache Leseleistung findet, gibt es nach der
Erkenntnis "Lesen ist doof" nur noch den Ausweg, das
Lesen zu verweigern, sofern es sich auf den täglichen
Kampf um das Üben nicht einlassen kann.
Wenn das "Stresstöpfchen" überläuft und die Flucht in
das Auf- und Davon-Zappeln zum Alltag wird, wird bald
der Stempel aufgedrückt: FAULPELZ

   

Sehfunktionsstörungen verstecken sich gerne hinter
Kompensationsmechanismen wie Schiefsitzen, mit der
"Nase lesen", Kopfschiefhaltungen usw.

Eine visuelle Analyse deckt anhand zahlreicher Funktionstests
und Messungen auch versteckte visuelle Defizite auf und
ermöglicht es, individuelle Problemlösungen zu erarbeiten.

   

Viele visuelle Probleme lassen sich oft nicht an einer
einzigen Stelle lösen (z.B. durch das Tragen einer
Brille), es muss vielmehr das Sehverhalten geändert
werden.

Wenn ein Augenpaar im Laufe der Entwicklung nicht
gelernt oder verlernt hat, die nachfolgenden 4 Grund-
funktionen des Sehens reibungslos einzusetzen und zu
vernetzen, kann es zu Funktionsstörungen kommen.
Die Folgen davon können vielfältig sein.
Sie reichen von schlechter visueller Sinnverarbeitung
(z.B. Lernen), schlechtem Sehkomfort trotz passender
Brille (Kopfweh, Augenschmerzen, Doppelt- oder
Unscharfsehen) bis hin zu ständig steigender
Fehlsichtigkeit.

   

Aus diesen Erkenntnissen und Erfordernissen heraus
hat sich die Funktionaloptometrie - ein Spezialgebiet der
Augenoptik - entwickelt.
Sie bietet zusätzliche Hilfestellungen in vielen Fällen,
wo die gewohnten Verfahren keinen ausreichenden Erfolg
bringen.

   

Wie gut die visuelle Wahrnehmung funktioniert, hängt von
4 Fähigkeiten ab:

  1. Motorik der Augen

  2. Zentrierungsfähigkeit der Augen

  3. Akkommodationsfähigkeit der Augen

  4. Wahrnehmungsfähigkeit des visuellen Systems

Je besser jede einzelne dieser vier Fähigkeiten entwickelt
ist, desto besser und präziser funktioniert unser SEHEN.

   

Individuelles Visualtraining hilft:

  • Kindern mit Lese- Rechtschreibproblemen

  • Kindern mit Auffälligkeiten der Grob- und Feinmotorik

  • Personen am Bildschirm-Arbeitsplatz

  • Kurzsichtigen Personen

  • Personen mit altersbedingter Weitsichtigkeit

  • Schwachsichtigen Personen

  • Personen mit erhöhter Blendempfindlichkeit oder
    Unsicherheit im Dunkeln

  • Personen nach Schleudertrauma