"Musizierende Kinder"
Flötenspielender Knabe und mandolinenspielendes Mädchen

In der Plastik der "Musizierenden Kinder" zwischen der HS 2 und der VS 1
sind zwei Wesenszüge Rothböcks sichtbar:
- das "Zueinanderneigen", Thema auch vieler seiner Kleinplastiken und Kleinreliefs
- "Musik", weil es eine zutiefst menschliche, seelische Eigenschaft ist.

Rupert Rothböcks Werke sind abstrakte kubische Figuren (siehe die "Musizierenden Kinder") und Reliefs, die den menschlichen Körper in geometrische Zerteilungen verwandeln (aus "Braunauer Stadtnachrichten 141/2009). Dort, wo Rundungen sind, entstehen scharfe Kanten oder Kreissegmente, trotzdem sind seine Werke nie zur Gänze abstrakt. Wegen seiner Rückgratverkrümmung war es Rothböck nicht möglich, große Körper zu gestalten.

Am 13. Juli 1909 wurde Rupert Rothböck in Mauerkirchen geboren. Sein Vater war Schuhmacher.
Rothböck absolvierte die Holzbildhauerschule in Hallstatt und erfuhr anschließend an der Hochschule für angewandte Kunst und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien intensive Förderung seines Talents.

Wegen einer Rückgratverkrümmung (s.o.) musste der akademische Maler Rupert Rothböck nicht als Soldat in den Zweiten Weltkrieg einrücken. Er wurde Lehrer an der Schule für Holzbildhauer in Hallstatt und danach Lehrer der Arbeitstherapie im Lazarett von Bad Ischl.

Ab 1951 wurde Braunau am Inn zu seinem Schaffens- und Lebensmittelpunkt mit Atelier und Wohnung.

Am 18. Dezember 1983 starb Rupert Rothböck in Braunau am Inn. Er wurde im Familiengrab in Mauerkirchen unter großer Anteilnahme bestattet. Am Grabstein befindet sich ein vom Künstler selbst geschaffenes kleines, ausdruckstarkes Kruzifix.

Weißt du, was "kubisch" ist?
Im kubischen System finden wir folgende (reine) Flächenformen:
Tetraeder
Hexaeder (Würfel)
Oktaeder
Pentagondodekaeder
Ikosaeder
Rhombendodekaeder (12 Rhomben)
Tetrakishexaeder (24 gleichschenklige Dreiecke)
Triakisoktaeder
Deltoidikositetraeder (24 Vierecke)