Schule in Bewegung
Neues Modell in der Hauptschule
St. Georgen im Attergau soll Einstieg in weiterführende
Schulen erleichtern!
Im September 1992 wurde in der HS St. Georgen der Schulversuch "Innere
Differenzierung in Stammklassen" eingeführt.
Folgende Beweggründe führten damals zu dem Schulversuch:
-
Weniger Stress bei den Schülern durch Vermeidung eines täglichen
3-maligen Gruppenwechsels.
- Weniger Lehrerwechsel.
- Homogene Stammklassen und
damit bessere pädagogische und soziale Klassenführung.
- Größere Flexibilität bei Klassenprojekten, Exkursionen und sonstigen
Aktivitäten, die einzelne Klassen betreffen.
- Kleinere
Klassen durch Eröffnung zusätzlicher Parallelklassen.
Der letzte Punkt - kleinere Klassen durch Eröffnung zusätzlicher
Parallelklassen - war einige Jahre möglich. Durch ständige Sparmaßnahmen
und laufende Stundenkürzungen können aber seit einigen Jahren keine
zusätzlichen Parallelklassen mehr geführt werden. Dadurch wurden
die Stammklassen natürlich größer.
Die ersten vier Gründe für die Einführung des Schulversuchs
haben weiterhin ihre volle Berechtigung. Sie bilden auch die Grundlage für
unsere Entscheidung, die innere Differenzierung in Stammklassen weiterzuführen.
Es keimte der Wunsch auf, unseren Schulversuch zu modifizieren und
den momentanen Gegebenheiten und Vorgaben anzupassen, damit einerseits
für
Schulabgänger,
die in weiterführende
Schulen gehen wollen, die Vorbereitung optimiert wird, andererseits aber
auch
für die anderen Schüler eine noch bessere Förderung ermöglicht
wird.
In etlichen Studiennachmittagen mit intensiven Diskussionen in Groß-
und Kleingruppen wurde - teilweise auch unter Leitung einer Moderatorin
des Pädagogischen Institutes Linz - um Lösungen gerungen. Das neue Unterrichtsmodell
sollte
eine noch bessere individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler
bewirken, organisatorisch bewältigbar sein und natürlich den Rahmen der
uns vorgegeben Stundenkontingente nicht sprengen.
Es war nicht einfach, eine Einigung innerhalb eines Lehrerteams von
über 40 Lehrkräften zu erzielen, mit der dann alle "leben" konnten. Letztlich
gelang es aber dann doch, ein Modell zu entwerfen, das die Zustimmung
aller erhielt und das ab dem kommenden Schuljahr 2005/06 erstmals verwirklicht
werden soll:
Bisher gab es in den Gegenständen Deutsch, Englisch u.
Mathematik von der
1. bis zur 4. Klasse wöchentlich je eine Assistenzstunde
(mit einem 2. Lehrer) zur Förderung und zur Leistungsdifferenzierung.
Da in den ersten beiden Klassen jedoch die Leistungsunterschiede noch
nicht so groß sind wie in den oberen Klassen, werden ab Herbst
alle Assistenzstunden den 3. und 4. Klassen zugewiesen werden!
Daher werden ab 2005/06 in zwei Gegenständen in der 3. u. 4.
Klasse jeweils zwei Assistenzstunden nach Möglichkeit vom eigenen
Lehrer, der seine
Schüler gut kennt, gehalten werden.
Im dritten Gegenstand werden alle Assistenzstunden in der 4.
Klasse verwendet, um die Klasse auf zwei Gruppen aufzuteilen. Eine
Gruppe wird
auf den Besuch
von weiterführenden Schulen vorbereitet, bei der anderen Gruppe
wird mit vertieftem Basiswissen eine gute Grundlage für den Berufseinstieg
gelegt werden.
Bisher:
|
D |
E |
M |
| 1. Klasse |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
| 2. Klasse |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
| 3. Klasse |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
| 4. Klasse |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
1 Assistenzstunde pro Woche
(Zweitlehrer) |
Neu:
|
Gegenstand 1
|
Gegenstand 2
|
Gegenstand 3
|
| 1. Klasse |
--- |
--- |
--- |
| 2. Klasse |
--- |
--- |
--- |
| 3. Klasse |
2 Assistenzstunden pro Woche
(Stammlehrer) |
2 Assistenzstunden pro Woche
(Stammlehrer) |
--- |
| 4. Klasse |
2 Assistenzstunden pro Woche
(Stammlehrer) |
2 Assistenzstunden pro Woche
(Stammlehrer) |
4 Assistenzstunden pro Woche
(Zweitlehrer) |
Die Aufteilung der Gegenstände auf die jeweiligen Möglichkeiten erfolgt
im Lehrerteam der Klasse.
Ein mögliches Beispiel einer 4. Klasse soll das oben Gezeigte
veranschaulichen:
|
Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
| 1. Std. |
Rel |
PC |
D |
E |
M |
M |
ME |
| 2. Std. |
D |
E |
M |
M |
E |
D |
E |
M |
M |
| 3. Std. |
E |
D |
D |
LÜ |
BU |
PC |
| 4. Std. |
M |
M |
GW |
LÜ |
D |
GS |
| ... |
... |
... |
... |
... |
... |
(4 Schüler-
wochen-
stunden) |
Die Lehrkraft für Deutsch unterrichtet zweimal pro
Woche die gesamte Stammklasse (Di und Do) und teilt zweimal pro Woche
gemeinsam mit der Lehrkraft für Englisch die Stammklasse in zwei
Gruppen auf (Mo und Mi). Die darauffolgende Unterrichtseinheit werden
die Gruppen getauscht.
Dieses Modell wird in der dritten und vierten Klasse angewandt. |
(3 Schüler-
wochen-
stunden) |
Die Lehrkraft für Englisch unterrichtet
einmal pro Woche die gesamte Stammklasse (Do) und teilt zweimal
pro
Woche gemeinsam mit der Lehrkraft für Deutsch die Stammklasse
in zwei Gruppen auf (Mo und Mi). Die darauffolgende Unterrichtseinheit
werden die Gruppen getauscht.
Dieses Modell wird in der dritten (4 Englischstunden für die Schüler)
und vierten Klasse (3 Englischstunden für die Schüler) angewandt. |
(4 Schüler-
wochen-
stunden) |
Eine Lehrkraft für Mathematik
unterrichtet und beurteilt die Gruppe der Schüler, die weiterführende
Schulen besuchen will.
Diese Teilung ist nur in der vierten Klasse möglich. |
(4 Schüler-
wochen-
stunden) |
Eine zweite Lehrkraft für Mathematik
unterrichtet und beurteilt die Gruppe der Schüler, für
die vertieftes Basiswissen eine wichtige Grundlage
für ihre weitere Ausbildung sein wird.
Diese Teilung ist nur in der vierten Klasse möglich. |
Die Ausbildung in den anderen Gegenständen ist davon nicht betroffen.
Die Informatikausbildung läuft ähnlich wie bisher von der 1. bis zur 4.
Klasse. Die Unverbindliche Übung "Segeln" wird - je nach Anmeldungen
- jedes Jahr geführt. Wir erwarten uns vom neuen Modell, dass trotz Verknappung der Ressourcen
in den letzten Jahren unsere Schüler weiterhin jene gute Ausbildung
bekommen, die uns immer wieder von den höheren Schulen rückgemeldet
wird. Mehr als 50% aller Maturanten in Österreich haben die Mittelstufe
in
der Hauptschule absolviert, und die Hauptschüler unserer Schule
genießen
in den umliegenden höheren Schulen einen guten Ruf.
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