Gudrun Novak
Wolfgang Lohninger
Werner Renhard
angemeldet:
Die Analyse von Pollen zur Bestimmung der Pollenarten, erfolgt derzeit
aufgrund optischer Kriterien. Dafür werden die Pollen in einem
Licht-
mikroskop betrachtet und nach einem Pollenschlüssel beurteilt.
Dieses
arbeitsaufwendige Analyseverfahren ist derzeit für Pollenwarndienste
er-
forderlich.
Mit der beschriebenen Erfindung ist es nun möglich die Analyse
der Pollen
durch einen Computer auszuführen. Dafür sind Pollen mit
einem automatischen
Pollensammler einzusammeln und einem Mikroskop zuzuführen.
Das mit der Kamera
aufgenommene Bild wird an einem Computer übergeben und mit
einem geeigneten
Programm analysiert. Die Analyse der Pollen erfolgt in mehreren
Schritten.
Zuerst ist die Polle im Bild zu isolieren. Zur Unterscheidung von
Polle und
Hintergrund können folgende Bildmerkmale herausgezogen werden:
1. Kontrast
2. Minimale und maximale Größe der Polle
3. Farbe
4. Die Schärfe des Pollenrandes bei einem Mikroskopbild mit
geringer
Tiefenschärfe
Schon mit dem in Punkt 1 und 2 aufgeführten Methoden läßt
sich in vielen
Fällen sicher erkennen welcher Bildteil zur Polle oder zum
Hintergrund gehört.
Der Mittelpunkt der Polle wird durch die Berechnung des Flächenschwerpunktes
bestimmt. Die Analyse wird mit der Bestimmung der Welligkeit des
Randes fort-
gesetzt, wobei eine Fourienanalyse durchgeführt wird. Dabei
ist der Radius
der Polle als Funktion vom Winkel die Eingangsvariable der Fourientransforma-
tion. Die technische Ausführung der Fourientransformation kann
zur Verminderung der
Rechenzeit als Fast-Fourier-Transformation (FFT) erfolgen.
Das Ergebnis aus der Transformation ist ein Spektrum. Beispielsweise
hat
eine Polle mit drei Ausbuchtungen eine groáe Amplitude der
dritte
Harmonischen. Anstatt der Fourientransformation können auch
Korrelationen
erfolgen. Wird beispielsweise der Radius der Polle mit einer Sinusschwingung
mit drei Perioden korreliert, bedeutet das Ergebnis in welchem Ausmaá
die
Polle dreifach ausgebuchtet ist.
Nachdem die Kontur bezüglich ihrer Welligkeit bestimmt ist,
folgt ein Ver-
gleich mit dem Muster. Dabei liegen vom Muster mehrere Vergleichswerte
vor.
Die verschiedenen Vergleichswerte von einem Muster sind durch die
unter-
schiedliche Kontur in Abhängigkeit des Betrachtungswinkels
der Polle geben.
Die bereinstimmung von Polle mit einem Muster kann mit einer Vergabe
von
Punkten erfolgen. Dabei bedeutet eine gute übereinstimmung
der Polle mit dem
Muster eine hohe Punktezahl.
Als nächster Schritt erfolgt die Beurteilung der Oberfläche.
(Die Be-
urteilung der Oberfläche kann auch vor der Analyse zur Bewertung
der Kontur
erfolgen.)
Zur Bestimmung der Oberfläche wird entlang von konzentrischen
Kreisen die
Helligkeit als Eingangsvariable in eine Fourientransformantion eingesetzt.
Wie bei der Konturanalyse ist auch bei diesem Schritt eine Korrelation
möglich. Die Mittelpunkte der konzentrischen Kreise sind die
Flächenmittel-
punkte der Pollenbilder. Falls als Mittelpunkt der Kreise nicht
genau der
Mittelpunkt der Polle verwendet wird, ist das darausfolgende Ergebnis
der
Fourientransformation bei den meisten Pollenarten nur geringfügig
abweichend.
Die Ausgangsgröáe der Fourientransformation oder Korrelation
ist ein Maß für
die Oberflächenbeschaffenheit der Polle. Die Übereinstimmung
der Oberflächen-
beschaffenheit der Polle mit dem Muster wird in Punkten ausgegeben.
Eine
hohe Punktezahl bedeutet wie bei
der Konturanalyse eine gute Übereinstimmung von Polle und Muster.
Mit der Klassifikation der Kontur und der Oberfläche können
schon einige
Pollenarten eindeutig erkannt werden.
Eine weitere sehr einfache Verbesserung für das Analyseprogramm
ist in
der Bewertung der Pollenfarbe gegeben. Es können die Bildpunkte
der Polle
bezüglich ihrer Farbe in einem Histogramm abgebildet werden.
Dieses Histogramm ist wieder mit dem Muster zu vergleichen. Der
Vergleich
ist wieder in die Bewertung einzubeziehen.
Falls bei der Analyse das Problem auftritt, daß einzelne Pollen
bei
bestimmten Betrachtungswinkel nicht zu identifizieren sind, kann
dessen-
ungeachtet ein automatischer Analysator realisiert werden. Führt
bei einer
Polle nur ein Teil der Ansichten zu einem eindeutigen Ergebnis bei
der
Analyse, kann bei einer groáen Zahl von Pollen auf die tatsächliche
Zahl
dieser Pollen geschlossen werden.
Ist beispielsweise eine bestimmte Pollenart nur aus der Hälfte
der Be-
trachtungswinkel identifizierbar, kann bei der Analyse einer großen
Zahl
von Pollen geschlossen werden, daß doppelt so viele Pollen
dieser Art vor-
handen sind.
Die Muster für den Vergleich könne entsprechend der Jahreszeit
in ihrer
Auswahl optimiert werden. Beispielsweise müssen Muster von
Frühblütlern im
Sommer nicht mehr zum Vergleich herangezogen werden.
Das Ergebnis der Analyse kann auch ohne menschlichen Eingriff in
einer Form
weitergegeben werden, daá es für jedermann leicht möglich
ist, die Information
zu verwenden.
Eine Ausgabe der Analysewerte in ein Computernetz, wie das Internet,
ist
genauso möglich, wie eine Sprachausgabe an das öffentlich
zugängliche Telefon.
Bei einer Sprachausgabe könnte jeder die aktuellen und relativen
Werte mit einem
Telefonanruf erhalten.
Ansprüche:
1.: Automatischer Pollenanalysator, dadurch gekennzeichnet, daß
eine oder
mehrere Pollen von einem Mikroskop betrachtet werden, wobei die
Bild-
information an einem Computer weitergegeben wird und an einem Computer
weitergegeben wird und mit einem Computerprogramm die Pollenart
be-
stimmt wird.
2.: Automatische Pollenanalyse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
eine Korrelation der Fourientransformation bei der Bildanalyse erfolgt.
3.: Automatische Pollenanalyse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daá
der Bildanalyse der Mittelpunkt der Polle im Mikroskopbild von einem
Computerprogramm bestimmt wird.
4.: Automatische Pollenanalyse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
bei der Bildanalyse der Radius der Pole in Abhängigkeit des
Winkels als
Eingangsgröße in das Bilderkennungsprogramm eingeht.
5.: Automatischer Pollenanalysator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Bildanalyse die Farbe der Polle als Unterscheidungsmerkmal
berücksichtigt wird.
6.: Automatischer Pollenanalysator nach einem der vorhergehenden
Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, daß auch die Auswertung der Bildpunkte
entlang
des Umfangs eines Kreises erfolgt, wobei der Mittelpunkt des Kreises
mit
dem Mittelpunkt der Abbildung der Polle im Mikroskop übereinstimmt
oder
von diesem Mittelpunkt abgeleitet worden ist.
7.: Automatischer Pollenanalysator, nach einem der vorher gestellten
An-
sprüche dadurch gekennzeichnet, daß als Vergleichsmuster
nur diejenigen
Pollenarten herangezogen werden, die für die Jahreszeiten üblicherweise
in der Natur auftreten.
8.: Automatischer Pollenanalysator nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Ausgabe der Pollenart in Form von Sprache
die
von einem Telefonteilnehmer abgerufen werden kann.
9.: Automatischer Pollenanalysator nach einem der vorhergehenden
Ansprüchen
dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorrichtung bestehend aus
einem auto-
matischen Pollensammler und einem Mikroskop die Pollen ohne menschliches
Zutun aufnimmt, vergrößert und dem Analyseprogramm zuführt.