GUNTER WALDEK
KOMPONISTEN - PORTRÄT
Im Herbst 1982 übernahm Gunter Waldek von Helmut Schiff die Kompositions- und Theorieklasse am Bruckner Konservatorium Linz, die er bis heute leitet. Einige seiner Schüler sind als Komponisten der jungen Generation bereits selbst an namhafter Stelle im österreichischen Kulturleben sowie im Ausland tätig. Seit 1983 ist Waldek am Bruckner Konservatorium überdies Abteilungsvorstand, seit 1990 stellvertretender Direktor, seit 1994 Vorsitzender der Studienkonferenz.
Waldeks umfangreiches Schaffen umfasst Werke verschiedenster Sparten, z.B. 13 Ways of Looking at Blackbird (Liederzyklus, 1984), ...meins traurens ist... (Violinkonzert, 1986), Up & Down (Sinfonietta für Streichorchester, 1989), Lacrimosa für großes Orchester (1989), Traumlieder nach indianischen Texten für Chor (1990), Domklang (Rauminstallation zum 500 Jahr-Jubiläum der Stadt Linz, 1990), Et l’enfant dit:.. (Szenische Kantate für Kinder zum 700 Jahr-Jubiläum der Schweiz, 1991), Von der Verwüstung der Westindischen Länder (Requiem, 1992), Bows and Arrows („wien modern", 1993).
An Waldeks Kompositionen wird sein „Gespür für außergewöhnliche Klangfarben" besonders hervorgehoben. Er schreibt Musik mit stark meditativen Zügen, mit leisen und „leicht verletzbaren Tonlinien", sich verschiebenden Klangflächen, „rhythmischer Delikatesse" und zarten Konturen. Pressestimmen vermerken seine „hochintelligente Arbeit von hörenswerter Klanglichkeit", „vielschichtige und phantasievolle Musik, deren emotioneller Komponente man sich nicht entziehen kann".
Ein kurzer Ausschnitt aus LANDSLIDE – Heimatliche Szenen für Bass und symphonisches Blasorchester nach Texten von Johann Aschenberger.
Der Titel „Landslide" ist ebenso doppelbödig wie Text und Musik: wörtlich übersetzt bedeutet er „Erdrutsch", aber die phonetische Assoziation zu „Landsleut" liegt auf der Innviertler Zunge wie’s „Bratl in da Rein". Die Texte von Johann Aschenberger, die Gunter Waldeks Komposition zugrunde liegen, verlangen geradezu eine direkte, ausdrucksstarke, manchmal deftig-derbe Musik: die „heimatlichen Szenen" schildern Land und Leute aus dem überspitzten Blickwinkel des Kabarettisten; Vertrautes und Fremdes, Poetisches und Banales mischen sich in Wort und Musik zu einer burlesken Einheit. Bedenkenswerte Textaussagen werden mit musikalischem Augenzwinkern serviert.
Hörbeispiel folgt