Bewerbe & Projekte - Bundesweit - Feuer und Flamme 2004/2005


Hauptpreis für die PTS Perg
Wieder einmal war die PTS Perg erfolgreich - schon zum 3. Mal in Folge errang sie einen Hauptpreis beim 8. Projektwettbewerb Chemie des Verbandes der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) und des Verbandes der Chemielehrer Österreichs.
Sebastian und Michael Hofer mit Projektleiter Dipl.-Päd. Ing. Dietmar Chodura bei der quantitativen Analyse von Verbrennungsgasen.
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Einleitend sei bemerkt, dass der Verband der Chemielehrer Österreichs alle 2 Jahre einen Fachwettbewerb veranstaltet, an dem sich Schulen aus ganz Österreich beteiligen können, um so in friedlichen Wettstreit miteinander zu treten. Die meist sehr großzügigen Preisgelder animieren dabei zusätzlich.

2004 war als Thema "Feuer, Wasser, Erde, Luft, Umwelt, Technik & Chemie" vorgegeben.
Wir wählten für uns als Thema aus dieser Bereichsvorgabe "Feuer und Flamme für Chemie" und beschäftigten uns auf vielschichtige Weise mit dem "Feuer".

Durch immensen Fleiß der Schüler und großes Engagement der betreuenden Lehrer gelang es der PTS Perg einen Hauptpreis zu erlangen (ex aequo mit 8 anderen Schulen aus ganz Österreich bei 220 teilnehmenden Schulen - AHS, HS und PTS - mit über 12500 Schülern)!

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Projektablauf

Als das Thema des aktuellen 8. Projektwettbewerbs Chemie bekannt gegeben wurde, waren Schüler und Projekt-Lehrer gleichermaßen "Feuer und Flamme" dafür (daher auch unser Titel!) und gemeinsam suchten wir spannende Inhalte, Fragen und Ideen für Experimente, die uns in diesem Zusammenhang interessierten.
Konkret gingen wir – unter der gemeinsamen Projektleitung von Dipl.-Päd. Ing. Dietmar Chodura und Dipl.-Päd. Ludmilla Lumesberger – begeistert daran, folgendes zum Thema Feuer umzusetzen:

1. Die Geschichte des Feuers und des Feuermachens - aus Bibliotheken, dem Internet und enzyklopädischen CD-ROMs recherchierten die Schüler zunächst über die Geschichte des Feuers und des Feuermachens: Wann stand dem Menschen das Feuer erstmals zur Verfügung, wie „machten“ unsere Vorfahren in grauer Vorzeit Feuer? In selbstgefertigten Aufbauten er-probten die Schüler verschiedene Techniken vom einfachen Reiben von Hölzern in verschiedenen Varianten bis zum Feuerstein. In diesem Zusammenhang beschäftigten wir uns auch mit der Frage nach moderneren Methoden der Feuererzeugung – wie Streichhölzern. Dazu fertigten sie z.B. ihre eigenen Zündhölzer - erst mit gängigen Ansätzen, dann mit selbst entwickelter, verbesserter Rezeptur. Die Ergebnisse konnten sich sehen lasen und brannten hervorragend!

2. Verbrennungskraftmaschinen - Bau und Funktion von Otto- und Dieselmotoren. Zur Umsetzung dieses Projektbestandteils erarbeiteten die Schüler zunächst mit Fachlehrer Dipl.-Päd. Ing. Christian Hofstätter die theoretischen Grundlagen von Verbrennungskraftmaschinen an den eigenen „Unterrichts-“ Motoren der PTS Perg (wir besitzen je einen aktuellen BMW Vier- und einen Sechszylinder Diesel- bzw. Benzinmotor) und besuchten die Motorenfertigung von BMW in Steyr.

3. Passend zu den Dieselmotoren stellten wir Biodiesel im schuleigenen Labor her und maßen seine Kenndaten wie Viskosität, Dichte und Flammpunkt.

4. Stark exotherme Reaktionen - in zahlreichen Versuchsreihen erforschten die Schüler die zugrundeliegenden chemischen Zusammenhänge und hatten jede Menge Spaß, wenn es krachte, rauchte oder bunt wurde!

5. Quantitative Analyse von typischen Verbrennungsgasen - wie bei Wohnungsbränden. Mit Hilfe von Dräger-Röhrchen wurden die in einer von den Schülern selbstentwickelten Versuchsapparatur entstehenden Verbrennungsgase von eingesetzten Proben gemessen. Um quantitative Aussagen machen zu können, war es daher notwendig, die Masse der Einsatzstoffe, die zugeführte Luftmenge (mittels Kolbenprober) und die Masse der verbleibenden Reststoffe genau zu bestimmen und zu kontrollieren. Da die Schüler jene Gase interessierten, die bei normalen Wohnungsbränden entstehen könnten, wurden auch solche Materialen eingesetzt, die typischerweise in Wohnungen in größeren Mengen vorhanden sind (z.B. Spanplatten, Kabelisolierungen, PVC-Bodenbelag, ...). Aus einschlägiger Fachliteratur erarbeiteten die Schüler dann die Wirkung solcher bei Bränden entstehenden Gase (HCN, NOx, CO, CO2, Formaldehyd, ...) auf den menschlichen Körper.

6. Quantitative Analyse der bei solchen Bränden entstehenden Verbrennungsrückstände - dazu wurden diese mit gängigen Lösungsmitteln gelöst und photometrisch untersucht.

7. Auch der Brandschutz war Programm: Nach einer gründlichen Einführung in die Thematik durch den Brandschutzbeauftragten der Schule, Herrn Fachlehrer Dipl.-Päd. Ing. Bernhard Ginthör gingen die Schüler mit ihm auf Exkursion zur Brandverhütungsstelle in Linz. Dort erlebten sie u.a. was passiert, wenn eine (leere!) Haarspraydose über die zulässige Temperatur erhitzt wird. Die beobachtete Detonation hat zugleich nachhaltig fasziniert und gewarnt.

Ihre Ergebnisse fassten die insgesamt rund 30 Schüler aus drei Fachbereichen (Informationstechnologie, Metall- und Elektrotechnik) in Partnerarbeit auf jeweils gut fünf A4-Seiten zusammen. So konnten wir eine insgesamt über 200 (!) A4-Seiten umfassende Projektdokumentation, die darüber hinaus noch durch eigene Website und Power-Point-Präsentation ergänzt wurde, an die Fach-Jury übersenden.

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Bekanntgabe der Hauptpreisträger im Schloss Esterhazy/Eisenstadt (Bgld.):
Prof. Dr. Ralf Becker (Projektkoordinator)
V.l.n.r.: Prof. Ing. Mag. Johann Wiesinger (Präsident des VCÖ),
Dipl.-Päd. Ing. Christian Hofstätter,
die Projektleiter Dipl.-Päd. Ludmilla Lumesberger und
Dipl.-Päd. Ing. Dietmar Chodura sowie
Prof. Dr. Ralf Becker (Projektkoordinator)
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Siegerehrung und Gewinnübergabe in Wien

Der Lohn für die viele Arbeit folgte in Wien: Alle Beteilgten wurden in der Österreichischen Wirtschaftskammer durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft geehrt.
Nach würdigen Laudationes - etwa durch den Präsidenten des Europäischen Chemieverbandes (CEFIC) und Vostandsvorsitzenden von BASF Dr. Eggert Voscherau, des Obmannes des Fachverbandes der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) Dr. Peter Untersperger oder des Präsidenten des Verbandes der Chemielehrer Österreichs (VCÖ) Prof. Ing. Mag. Johann Wiesinger und des Projektkoordinators Prof. Dr. Ralf Becker - wurden Pokal, Urkunde und Scheck überreicht.

Für die Schüler und Projekt-Lehrer folgten dann noch ein vom Bundesministerium bereitetes üppiges Buffet, an dem die Siegerehrung würdig ausklang.

V.l.n.r.: Prof. Ing. Mag. Johann Wiesinger (Präsident des VCÖ), Dir. Franz Haider (Referatsleitder für PTS, Bundesministerium für Unterricht und Wissenschaft) und Patrick Riegler (einer unserer erfolgreichen Projekt-Schüler)

Entgegennahme von Pokal, Urkunde und Scheck durch [v.l.n.r.] Dipl.-Päd. Ludmilla Lumesberger, OSR. Dir. Lothar Grubich und Dipl.-Päd. Ing. Dietmar Chodura.
Link zu Verbandes der Chemielehrer Österreichs (VCÖ)
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Anschließend wurden wir noch zum Besuch der Landesregierung in Niederösterreich eingeladen ...
... - inklusive Führung durch den Klangturm, Besichtigung der Promenade ...
... und des großen Sitzungssaales ...
... wo wir auch die Plätze der drei Landtagspräsidenten näher betrachten konnten ;-)
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Resümee

Schon zum dritten Mal hat sich die PTS Perg unter der Leitung von Dipl.-Päd. Ing. Chodura am österreichweiten Projektwettbewerb "Chemie" des VCÖ beteiligt und jedes Mal einen Hauptpreis erzielt – und mehr noch: Beim CEFIC (= Conseil Europeen De L'Industrie Chemique - "Vereinigung der chemischen Industrie Europas") European Science Education Award erzielten wir im Jahr 2000 in Venedig den 3. und 2001 in Helsinki sogar den 1. Platz („European Winner“) von ganz Europa. Ein Beispiel, das die in der aktuellen PISA-Studie geübte Kritik an der Polytechnischen Schule mehr als nur in Frage stellt. Der Schulleiter, OSR. Dir. Lothar Grubich freut sich über diese Entwicklung des Chemieunterrichts an der PTS und sieht in den Erfolgen eine Bestätigung des kompetenzorientierten Unterrichts.

Gewinn:
Als Preisgelder erhielten wir für die gelungene Arbeit insgesamt rund € 3.500!

Link zu Verband der Chemischen Industrie Europas (CEFIC)
Link zum europaweit preisgekrönten Chemieprojekt "Lebensmittelanalytik"
Link zu den Presseartikeln zum Projekt: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - 11

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