Entropie S |
Hauptsätze | Entropie und Wärme |
Entropie und die Gleichverteilung von Luftmolekülen
Entropie und Unordnung
Der erste Hauptsatz verlangt nur, dass die Energie eines Systems ohne Einwirkung von außen konstant bleibt. Er macht aber keine Aussage darüber, welcher von vielen möglichen Zuständen, die alle dieselbe Energie haben, wirklich vorliegt, d. h. der wahrscheinlichste ist.
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Mögliche Zustände in einem Gas Die linken Zustände (alle Gasmoleküle fliegen parallel mit gleicher Geschwindigkeit; nur ein Molekül bewegt sich, der Rest liegt still) können alle die gleiche Energie haben - aber sie sind unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist der rechte Zustand. Auch wenn man mit einem unwahrscheinlichen Zustand startet, wird nach kurzer Zeit der rechte Zustand vorliegen: Die ungeordnete Bewegung aller Moleküle. Dass aus einem solchen Zustand von selbst einer der ordentlichen rechten Zustände entsteht, ist sehr unwahrscheinlich. |
Betrachten wir die Luft in dem Gebäude, in dem wir uns befinden. Wie nehmen selbstverständlich an, dass die Luft gleichmäßig verteilt ist und wir fragen uns nicht, ob sich auch Luftmoleküle im Physiksaal befinden.
Warum müssen wir uns darüber keine Gedanken machen? Wegen der Entropie!
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Betrachten wir einen Luftbehälter, indem sich nur 10 Moleküle
befinden. Trennen wir den Behälter durch eine gedachte Linie in zwei
Hälften Die Moleküle sausen in dem Behälter herum, stoßen auf die
Wände oder treffen aufeinander |
Könnte es nicht auch so aussehen? |
Es gibt 6 Möglichkeiten, 4 Moleküle auf zwei Behälter zu verteilen, so dass in jedem Behälter 2 Moleküle sind. Es gibt nur 1 Möglichkeit einer 4-0-Aufteilung.
Der Unterschied zwischen der Anzahl der Möglichkeiten für Gleichverteilung und für deutlich ungleiche Aufteilungen, steigt astronomisch schnell mit der Anzahl der Objekte (Genauere Erklärung).
(Prinzipiell können wir uns eine Situation vorzustellen, bei der sich alle Moleküle im Buch spontan in einer bestimmten Richtung bewegen. Nur ist eine solche Situation extrem unwahrscheinlich, da es unvorstellbar viele Moleküle in einem Buch gibt.)
Gasmoleküle verteilen sich gleichmäßig im Raum
Dazu ein
Java Applet: Teilchen in
linker-rechter Box [engl.]
a) Gib zuerst nur 2 Teilchen b) dann z.B.: 50 in die linke Box
Welchen Unterschied bemerkt man?
Entropie ist ein Maß für die Unordnung eines Systems.
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Wenn man Ziegeln von einem Laster kippt, welche Anordnung ist wahrscheinlicher? |
Ungeordnete, entropiereiche Zustände sind wahrscheinlicher als geordnete, entropiearme Zustände.
Geordnete Zustände gehen sehr leicht in ungeordnete über, der umgekehrte Weg erfordert Energie.
Das liegt daran, dass ein geordneter Zustand meistens künstlich ist und unter Aufwand von Energie erzeugt wurde.
Z.B. die Mauern von
Gebäuden. Hier befinden sich die Steine in einem hochgeordneten, entropiearmen Zustand. Dieser Zustand konnte nur durch massiven Einsatz von Energie erreicht
werden. Überlässt man eine solche Mauer sich selbst, so verfällt sie im Laufe der Jahrhunderte, die Steine bröckeln ab, und nach einigen 100 Jahren herrscht der
ungeordnete, entropiereiche Zustand.
Mischt man ein zuvor geordnetes Kartenspiel, so erhält man ein ungeordnetes. Der
umgekehrte Vorgang - wenngleich durch kein Naturgesetz verboten - wird nicht eintreten, weil es nämlich nahezu unendlich viele
ungeordnete Zustände gibt, aber nur einen einzigen geordneten.
Es ist also viel wahrscheinlicher, durch das Mischen der Karten einen ungeordneten, als einen sortierten Kartenstapel zu erzeugen.
Aufpassen muss man mit dem Begriff Unordnung.
Der Bierschaum in einem Glas besteht aus einer ungeordneten Aufstapelung von Luftbläschen. Spontan gehen diese in eine glatte Flüssigkeit über, bei der keine Unordnung zu erkennen ist. Trotzdem hat die Entropie nicht abgenommen: Im Gegenteil, die Moleküle haben mehr Bewegungsfreiheit bekommen, weil sie nicht länger auf die Zwischenwände der Bläschen beschränkt sind.
Genauer gesagt, misst die Entropie die Vielzahl der Möglichkeiten, die zu einem bestimmten Zustand gehören. Ein Zustand der auf viel mehr Arten zustande kommen kann ist wahrscheinlicher (höhere Entropie), als einer der auf nur wenige Arten zustande kommt.
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Beispiel: Für ein Glas mit Wasser ist die Anzahl der Moleküle astronomisch hoch. Das Durcheinander der Eisstückchen schaut im Vergleich zum Glas mit Wasser ungeordneter aus, aber die Anzahl der verschiedenen Anordnungen der Eisstücken ist begrenzt. Die Wassermoleküle im Wasserglas können auf viel mehr Arten angeordnet werden, sie haben eine größere Vielzahl und damit eine größere Entropie. |
Zustand geringer Entropie = unwahrscheinlicher Zustand
Zustand hoher Entropie = wahrscheinlicher Zustand.
Nehmen
wir an, wir machen jede Sekunde eine Aufnahme aller N Moleküle in unserem
Behälter. Wie lange müssen wir im Mittel warten, bis alle N Moleküle sich
zufällig wieder im linken Behälter befinden?
N=1: Ist nur ein Molekül vorhanden so ist es mit der gleichen Wahrscheinlich
links bzw. wie rechts zu finden.. Im Mittel wird es sich also jede 2.Sekunde
links befinden. Nennen wir dies die günstigen Fälle.
N=2: Nun geben wir ein zweites Molekül dazu, so halbiert sich die Anzahl der
günstigen Fälle, da das neue Molekül nur in der Hälfte jener Fälle links zu
finden sein wird, indem auch das erste Molekül links ist. Nur noch bei jeder
4ten= 22te Beobachtung finden wir beide Moleküle
links.
Ein drittes und jedes weitere Molekül halbiert die Zahl der günstigen Fälle
weiter, so dass wir bei N Molekülen durchschnittlich 2Nmal
beobachten müssen, bis wir alle Moleküle einmal links vorfinden.
Betrachten wir nun als Beispiel ein Mol eines Gases, also N =L=6.1023.
Bis sich ein günstiger Fall ergibt, muss man im Mittel 2600000000000000000000000
Sekunden warten. Diese Zahl ist unvorstellbar groß, und es ist also
extrem unwahrscheinlich, so einen Fall zu beobachten.
| E-Mail: | BRG Ried i. I - Physikauswahl | Aktualisiert am 17.01.2005 |