Die Tricks der Fakire

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Experimente zum Angreifen und Drauflegen ScienceWeek@Austria2000 Projekte des GRG10, Ettenreichgasse

Nagelbrett:  http://pluslucis.univie.ac.at/PlusLucis/002/sweekgrg10.pdf

Zwei Experimente, mit denen die Größe des auftretenden Drucks abgeschätzt werden kann: In einem Holzbrett befindet sich ein Nagel, wie er im Fakir-Bett verwendet wird. In einem zweiten Brett sind vier solcher Nägel. Mit einer Waage kann man die Kraft bestimmen, mit der man auf den Nagel drücken kann, ohne Schmerz zu empfinden. Da die Nagelspitze eine Fläche von etwa 1 mm² hat, ergibt sich z. B. bei einer Kraft von 2 N ein Druck von 20 bar. Bei 4 Nägeln kann die Kraft entsprechend größer sein.

In einem Holzbrett befindet sich ein Nagel, wie er im Nagelbrett verwendet wird. In einem zweiten Brett sind 81 solcher Nägel. Einmal lässt man einen Apfel auf das Brett mit einem Nagel, dann den selben Apfel aus gleicher Höhe auf das andere Brett fallen. Im ersten Fall wird der Apfel aufgespießt, im zweiten Fall bleibt er auf den Nägeln liegen.

siehe auch: Feuerlauf 

Die Mechanik der Wünschelrute 

Folgender Bericht wurde entnommen aus: http://members.vol.at/roemer/renw/nw_025.htm leicht gekürzt und ergänzt.

Der Wünschelrutenausschlag ist eine langsame bis ruckartige Bewegung. Isaac Newton hat uns gelehrt, dass die Ursache jeder Bewegung eine Kraft ist. Die Frage ist nun, woher die Kraft kommt, die den Ausschlag der Rute bewirkt.

Die Ursache des Wünschelrutenausschlages liegt in der 'idiomotorischen Triggerung eines instabilen Kohnstamm Effektes. [1]

Im Detail:

1) Unter einer idiomotorischen Bewegung (selbst ausgelöste Bewegungen) versteht man das Phänomen, dass Muskeln bei konzentriertem Denken und Vorstellen von Orten oder Richtungen kleinste Ruck- und Zuckbewegungen durchführen, welche mit der Vorstellung koordiniert sind. Die muskulären Mikrobewegungen sind gut messbar und können von sensiblen Personen sogar gefühlt, manchmal sogar "gelesen" werden. Mit Geduld und Übung können sich 2 Versuchspersonen u. U. selbst davon überzeugen. Die Versuchsperson A streckt den Oberarm waagrecht vor, winkelt den Unterarm senkrecht nach oben ab und macht eine Faust. Die Versuchsperson B umhüllt vorsichtig, kaum berührend, mit den Händen die Faust von A. A muss ständig an eine Richtung konzentriert denken, am besten 'oben' oder 'unten' . B muss sich vollkommen entspannen bis hin zur totalen Langeweile,
dann erst kann sein Unterbewusstsein reagieren.

Es können sodann in der Vorstellungswelt von B die Richtungen 'oben, hinauf, ...' oder 'runter, unten ...' entstehen. Geübte Magier, aber auch Fakire, Hypnotiseure, gute Psychologen u.a. können mit dem "Lesen" idiomotorischer Bewegungen verblüffende Tricks vorführen oder auch suggestive Heilungen erzielen.

2) Der Vorgang der Triggerung, d.h. die Auslösung eines physikalischen Vorganges unter geringstem Energie- und Krafteinsatz, ist eine Tatsache, die in der Physik und Technik oft eingesetzt wird. Besonders in der Elektronik ist das Triggern ein bekannter Begriff. Instabile Gleichgewichte können durch Triggerung soweit gestört werden, dass größere Bewegungen und Energieumsätze die Folge sind. Zu diesen Erscheinungen zählt auch ein instabiles Kohnstammgleichgewicht.

3) Der sogenannte 'Kohnstamm-Effekt' ist in Medizin und Biologie seit langem bekannt. Er kommt durch die Entspannung von Muskeln zustande, die längere Zeit angespannt wurden. Die so entstehende Bewegung kann durch den Willen nicht beeinflusst werden. Ein einfacher Selbstversuch kann dies verdeutlichen. [1] Man stellt sich 20 bis 30 cm seitlich neben eine Wand. Dann drückt man den gestreckt nach unten hängenden Arm etwa 3 Minuten kraftvoll gegen diese Wand, dadurch werden die Muskeln gespannt. Wenn man sich dann zur Seite dreht und die Anspannung lockert, bewirkt der Kohnstamm-Effekt eine erstaunlich anmutende Aufwärtsbewegung des Armes.

Beim Halten einer Wünschelrute überlagern sich nun die beschriebenen Effekte. Durch die nach oben gedrehten Handflächen werden die Muskeln der Unterarme gespannt. Es entsteht eine instabile Gleichgewichtslage der Wünschelrute in einer horizontalen Ebene, die durch idiomotorische Triggerung gestört und zu einem Ausschlag nach oben oder unten führt. Genauso funktioniert übrigens auch das
Pendel, welches durch feinste idiomotorische Bewegungen des Pendlers angeregt wird [2]. Vereinfacht ausgedrückt: Der Ausschlag der Wünschelrute ist ein Zusammenwirken verschiedener bekannter Effekte, nämlich Wunschvorstellungen gepaart mit Bewegungsschwankungen entspannter Muskelteile. Dies ist auch der Grund, warum gestandene "Radiästheten" von ihren Fähigkeiten überzeugt sind, die Rutenausschläge existieren ja tatsächlich. Indes - sie besagen nichts.

Die Protestrufe sind bereits unüberhörbar, Wünschelrutengänger werden sofort einwenden, dass mit Hilfe von Wünschelruten Wasseradern oder
gesundheitsstörende Erdstrahlen mehrfach erfolgreich gefunden worden sind. Dies beweise doch, dass der Wünschelrutenausschlag eine praktische Bedeutung habe. 

Diese Schlussfolgerung ist falsch, denn positive Versuchsergebnisse beweisen - so paradox dies auch erscheinen mag - in den Naturwissenschaften grundsätzlich gar nichts. Seit über hundert Jahren wurden außerdem zigtausende sorgfältige Experimente zur Überprüfung des Wünschelrutenphänomens durchgeführt [1] [3][4] [5]. In allen Fällen erwies sich, dass positive Resultate nur dem schnöden Zufall
zu verdanken waren, die Ergebnisse stimmten stets nur mit der simplen statistischen Trefferwahrscheinlichkeit überein. Negative Ergebnisse der Wünschelrutengänger wurden von diesen jeweils einfach begründet. (Kopfschmerzen, schlechte Witterungseinflüsse, Voreingenommenheit des Versuchsleiters usw.)

Das Wünschelrutenphänomen hat ihre Existenz dem Aberglauben, der Autosuggestion, kurz gesagt der Leichtgläubigkeit der Menschen zu verdanken. Da kommt ein "Radiästhet" in die Wohnung eines bemitleidenswerten Menschen, stellt eine Störung fest und lässt das Bett um 2 Meter verrücken. Wenn dann die Leberschmerzen des Patienten plötzlich verschwinden, erfährt das ganze Dorf, dass ein guter Pendler am Werk war. Dieser "Beweis" genügt um die hartnäckigen Zweifler zu überzeugen, vor allem dann, wenn die Schmerzen nicht wiederkehren. Kommen sie aber doch, na dann handelt es sich eben um eine neue Krankheit, der Pendler hatte jedenfalls recht.

Die einzige praktikable Möglichkeit, Sinn oder Unsinn des Wünschelrutengehens festzustellen, sind objektive Tests, bei denen Wünschelrutengänger versuchen, Wasser in Leitungsrohren aufzuspüren, die unsichtbar im Boden eines Gebäudes verlegt sind. Wo auch immer bisher derartige Tests durchgeführt wurden, wie beispielsweise 1990 in Kassel, 1983/84 in Boston oder Mitte der 1980er Jahre in München, schneiden Wünschelrutengänger nicht besser ab, als man es der Wahrscheinlichkeit von Zufallstreffern nach erwarten sollte. Mit anderen Worten, man hätte genauso gut darum würfeln können, ob man nun hier oder lieber dort "Wasser!" rufen sollte. 

Die so gewonnenen (tausenden!) Ergebnisse sind bekannt: Es gibt überhaupt keinen Wünschelruteneffekt, keinen Pendeleffekt, keine Erdstrahlen und was auch immer. Es gibt nur den zum Aberglauben und zur Autosuggestion neigenden menschlichen Geist. Dessen rationales Fundament ist, wie wir alle wissen, dünn wie eine Seifenblasenhaut.

Die weit verbreitete Vorstellung von Wasseradern, die unter der Erde in kanalartigen Gebilden Wasser führen, stimmt mit geologischen Erkenntnissen nicht überein. Wasser ist fast überall flächig -- und nicht etwa in "Adern" -- als Grundwasser anzutreffen und bewegt sich im Gesteinskörper meist nur langsam. Zudem geben Pflanzenwuchs und weitere Geländemerkmale Informationen über die Geologie des Untergrundes und damit auch über die Verteilung des Grundwassers, die von den Wünschelrutengängern natürlich ebenfalls registriert werden. In Verbindung mit den Resultaten früherer Brunnenbohrungen -- die oft als Familienwissen von einer Generation an die nächste weitergegeben werden -- ist es daher nicht erstaunlich, dass Wünschelrutengänger in ihnen vertrauten Gebieten tatsächlich immer wieder gute Bohrlöcher für Brunnen finden. Allerdings prüfen sie niemals durch eine Kontrollbohrung einige Meter neben den von ihnen angegebenen Punkten nach, ob eine Brunnenbohrung dort nicht genauso erfolgreich gewesen wäre.

Wenn Sie nach Studium der hydrogeologischen Karten feststellen, sich in einer grundsätzlich günstigen Gegend zu befinden und zusätzlich Talgründe mit feuchtigkeitsanzeigenden Pflanzen vorliegen, dann müssten Sie schon sehr viel Pech haben, bei einer ausreichend tiefen Bohrung nicht auf Grundwasser zu stoßen......
aus: http://www.uni-erlangen.de/docs/FAU/fakultaet/natIII/geol_appl/wasserad.htm

Literatur:

[1] Prokop, Wimmer: "Wünschelrute, Erdstrahlen, Radiästhesie", Enke Verlag,
Stuttgart 1985;
[2] Mayer, Winklbauer: "Wünschelrutenpraxis", Orac Verlag, Wien 1985;
[3] König, Benz: "Der Wünschelruten Report, Wissenschaftlicher
Untersuchungsbericht", Eigenverlag, München 1989;
[4] Leitgeb: "Strahlen, Wellen, Felder.
Ursachen und Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit" (p 284-295), dtV,
Thieme, 1990;
[5] Prokop: "Grenzen der Toleranz in der Medizin", Verlag Gesundheit, Berlin
1990;
[6] Prokop, Wimmer: "Der moderne Okkultismus", Fischer Verlag, Stuttgart 1985.

http://www.iaag.geo.uni-muenchen.de/sammlung/Wasseradern.html

Die von Wünschelrutengängern vorgebrachten Thesen über bekannte oder noch zu entdeckende Strahlungsarten als Ursache für den Wünschelrutenausschlag lassen sich alle nicht halten. Ein Zusammenhang zwischen dem Ausschlag einer Wünschelrute und einer bekannten Strahlungsart konnte bisher nicht belegt werden. Zudem gibt es in der Physik kaum noch Spielraum für weitere, gänzlich unbekannte
Strahlungsarten. Mehr dazu: http://www.gwup.org/themen/texte/erdstrahlen/

Bei der James Randi Educational Foundation in den USA kann man 1 Million Dollar (!) verdienen, wenn man paranormale Fähigkeiten wie Wünschelrutengehen oder Pendeln wissenschaftlich einwandfrei beweisen kann. In Frankreich beträgt das Preisgeld 1 Million Franc, und sogar Indien beteiligt sich mit Hunderttausend Rupien. Diese Summen konnten bisher nicht abgeholt werden.

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