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EVALUATIONSBERICHT

Im Bereich des SPZ werden ca. 1700 Kinder unterrichtet, bei ca 120 Kindern wurden verschiedene Formen von Behinderungen festgestellt. Diese Kinder werden in Integrations- bzw. Sonderschulklassen unterrichtet. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Kindern, die vom SPZ betreut werden. Für diese Kinder wurde bisher kein sonderpädagogischer Förderbedarf ausgesprochen. Wir versuchen mit besonderen Maßnahmen (spezielle Unterrichtsmaterialien, Computerprogrammen, Beratung und Stützung der Lehrerin, Kontaktnahme mit Institutionen, ….) diesen Kindern zu helfen und zu verhindern, dass ein sonderpädagogischer Förderbedarf ausgesprochen werden muss. Dies gelingt  durch eine besonders intensive Vernetzung aller Institutionen. Sehr eng arbeitet das Sonderpädagogische Zentrum mit der Jugendwohlfahrt und dem Kinderschutzzentrum Känguru Bad Ischl zusammen. Aufgrund der Struktur unseres Bereiches ist es möglich, dass dem Wahlrecht der Eltern zwischen Sonderschule und Integrationsklasse bisher vollständig entsprochen werden konnte. Engagierte Lehrerteams in Integrationsklassen ermöglichen es, dass auch schwerstbehinderte Kinder in der Sekundarstufe in solchen Klassen unterrichtet werden. Das ist keine Selbstverständlichkeit in OÖ. Auf diesem Gebiet hat der Bezirk Gmunden in einer Vorreiterposition. Lehrerinnen arbeiten in Integrationsklassen unter Beachtung der bestmöglichen Förderung der Schülerinnen. Für eine Betreuung unserer schwersten Fälle (basale Klasse) erhoffen wir uns eine wesentliche Verbesserung der Situation. Es konnte die KIE – Klasse von Ebensee nach Bad Ischl in die Förderschule übersiedelt werden. Dadurch werden alle schwerkranken Kinder zentral in Bad Ischl an der Förderschule betreut. Gemeinsam mit dem Sonderpädagogischen Zentrum wurde von der Förderschule ein Konzept erstellt, das sowohl im Bereich der Pflege als auch im Bereich der Ausbildung entsprechende zeitgemäße Maßnahmen setzt. Mit dieser erfreulichen Veränderung ist sichergestellt, dass kein Kind in unserem Verantwortungsbereich mehr ohne Betreuung ist.

Schwerpunkte :

Die Mitarbeiterinnen des Sonderpädagogischen Zentrums waren in folgenden Arbeitsfeldern, die mit Prävention, Betreuung und Intervention umschrieben werden können, tätig:

o    Gutachtertätigkeit:
Im Jahr werden durchschnittlich 70 Gutachten erstellt. Das sind im Schnitt 2 Gutachten pro Schulwoche. Wir rechnen für jedes Gutachten mit einem Arbeitsaufwand von 8 – 12 Stunden. Damit sind ca 700 Stunden mit Gutachtertätigkeit ausgefüllt.

o    Beratende Überprüfungen:
Ca 50 beratende Überprüfungen werden durchgeführt. Diese Überprüfungen werden von Eltern und/oder Lehrerinnen beantragt und  betreffen Regelschülerinnen, die besondere Lernprobleme haben. Seitens des SPZ Gmunden Süd kann eine entsprechende Hilfestellung angeboten werden. Spezielle Fördermaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit der Jugendwohlfahrt außerhalb der Schulen installiert, ein Scheitern der Kinder kann dadurch zum Teil verhindert werden.

o    Betreuung verhaltensauffälliger Kinder:

    Dieses Arbeitsfeld ist in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten. Relativ viele Kinder kommen bereits aus dem Kindergarten mit diagnostizierten ADHS und HDS Syndromen. Wir sind verpflichtet in der Eingangsstufe für diese Kinder spezielle Betreuung anzubieten. Ferner ist unsere Region durch drei Heime (Brücke Bad Ischl, Ev. Kinderheim und Stephaneum) in spezieller Weise belastet. Eine Reihe von Kindern mit besonderen Schicksalen kommen zu uns und müssen in den Regelschulen untergebracht werden. Dies erbringt einen erhöhten Betreuungsaufwand mit sich. Die Kontaktaufnahme zu den verantwortlichen Eltern bzw. zur zuständigen JW gestaltet sich insofern als sehr schwierig, da diese Kinder aus ganz Österreich zu uns kommen. Zuständig ist immer die einweisende JW.
Es gibt aber auch eine Reihe von Kindern aus der Region, die mit vielfachen Problemen behaftet sind. Für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Bad Goisern haben wir ein breites Angebot an Präventionsarbeit den Schulen zugänglich gemacht. In Konferenzen und Dienstbesprechungen wurden den Leitern verschieden Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten wie z.B. moderierte Konferenzen durch das Kinderschutzzentrum, Kontaktnahme zur JW, Zusammenarbeit mit den Gendarmerieposten, ......Zwei Teams Dr. Nägele und die KIJA arbeiten in den Schulen unseres Bereichs in der Präventionsarbeit und leisten in allen
Klassen die, dies wünschen Präventionsarbeit zum Thema „Gewalt am Kind“. Diese Präventionsarbeit umfasst einen Elternabend, einen ganztägigen Workshop mit den Kindern, Vor- und Nachbesprechung mit den zuständigen Lehrerinnen. Die Finanzierung wird durch öffentliche Hand, private Organisationen, Trägerorganisationen, Trägervereine, Elternvereine etc. übernommen. Die Schulen unseres Bereiches reagieren auf Gewalt und Missbrauch sehr sensibel und professionell. Wir konnten in Helferkonferenzen bzw. in  allen uns gemeldeten Fällen eine gute Lösung finden.

Dies war möglich, weil eine vernetzte Zusammenarbeit von JW, Gendarmerie und Schule in klaren  Verlaufsstrukturen installiert ist.


Durch den Einsatz von Betreuungslehrerinnen konnte die Situation für viele bedrohte Kinder erleichtert werden In mehr als 30 Helferkonferenzen, die auf Grund der Situation benötigt werden, können Vereinbarungen getroffen werden, welche die Sicherheit der Kinder (betroffene Kinder wie auch Kinder, die die gleiche Klasse besuchen) gewährleisten.
Das Team der drei Betreuungslehrerinnen des Bezirkes und der SPZ-Leiter arbeiten in all diesen Fällen eng zusammen. Der SPZ – Leiter war in allen Helferkonferenzen anwesend und moderierte sie. Arbeitsaufwand : mehr als 300 Stunden ( Vor- und Nachbesprechung SPZ – Team und BTL Team)

Die meisten betroffnen Kinder haben keinen Sonderpädagogischen Förderbedarf, werden aber vom SPZ betreut.

o    Legasthenie:

Die Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen des Bezirkes der Behandlung von Lese- und Rechtschreibschwächen wurde in diesem Jahr weiterfortgesetzt. Die intensive Fortbildung zeigt große Fortschritte. Die Professionalität der Lehrerinnen vermindert den Arbeitseinsatz des Sonderpädagogischen Zentrums. Grundschulen können im Bezirk das Problem einfacher lösen als Sekundarschulen. Es war daher notwendig in 10 Fällen an Sekundarschulen stützende Maßnahmen anzubieten. Legasthenikerüberprüfungen wurden an Grundschulen nur in vier Fällen durchgeführt.

 

o    Logopädie:
Ein besonderes Anliegen ist uns die Betreuung der Kinder in der Vorschule und in der ersten Schulstufe. Unsere drei Sprachheillehrerinnen und eine Logopädin arbeiten an allen Schulen des Bezirkes und betreuen die Vorschulklassen und die Eingangsstufen und die ersten Klassen.

Bereits zu Schulanfang wird von unseren Logopädinnen eine flächendeckende Gehörüberprüfung der Schulanfänger durchgeführt. Dadurch kann sichergestellt werden, dass Wahrnehmungsdefizite bei den Schulanfängern, die Lesen und Schreiben in besonderer Weise erschweren, rasch erkannt werden. Eng arbeiten wir hier mit dem überregionalen Sonderpädagogischen Zentrum für Sinnesbehinderte zusammen. Auffällige Kinder werden gemeldet und noch einmal einer Spezialüberprüfung unterzogen.


Eine große Spezialität ist die Erfahrung, die wir mit gehörgeschädigten Kindern haben. Uns ist es gelungen in den letzten beiden Jahren hier gestützt durch das Projekt „Valerie“ Maßnahmen zu setzten, die den Unterricht für diese Kinder professionalisiert. Unsere große regionale Entfernung von Linz macht es auch notwendig, dass wir uns in der Blindenbetreuung spezialisieren. Zwei ausgebildete Blindenlehrer kümmern sich um drei Kinder in unserem Bezirk. Wir weisen darauf hin, dass dies die einzigen Kinder sind, die außerhalb des Institutes für Sinnesbehinderungen Schulen besuchen. Alle anderen Kinder aus Oberösterreich besuchen die Schule in Linz.

Die Logopädinnen arbeiten aber nicht nur in Richtung Gehöruntersuchung mit den Kindern, natürlich werden alle Erstklasserinnen auch logopädisch betreut.

o    Netzwerk Gmunden SÜD:
In SPZ Teambesprechungen ist es gelungen das Netzwerk weiter auszubauen. Zu den Teambesprechungen, die vom SPZ-Leiter moderiert werden und zweimal im Jahr stattfinden, sind folgende Institutionen eingeladen: Die Jugendwohlfahrt Außenstelle Bad Ischl, die Schulpsychologie,  das Jugendschutzzentrum Känguru, der Heilpädagogische Kindergarten Bad Ischl, Elternvertreter, Vertreter der Schulassistentinnen, die KIE – Klasse der Förderschule Bad Ischl, die Förderschule Bad Ischl, der mobile Dienst des Sonderpädagogischen Zentrums, die Vertreterin der Sonderkindergärten in unserem Bezirk. Dieses Forum stellt sich als äußerst wertvoll heraus, da viele Probleme im Vorfeld gelöst werden können. Eng vernetzt arbeitet das Sonderpädagogische Zentrum mit der Jugendwohlfahrt. Es gibt regelmäßige Besprechungen, die Fälle werden intern abgeklärt.

Ebenso gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit der Clearingstelle, die an der BH Gmunden eingerichtet wurde. Die Clearingstelle betreut Jugendliche an der Schwelle zum Berufsleben.
 

o    SPZ-Bibliothek:
Im abgelaufenen Jahr konnte die Fachbibliothek, die allen Lehrerinnen des Bezirkes zur Verfügung steht, weiter ausgebaut werden. Über ein Ausleihsystem können die Lehrerinnen die Bücher eine Zeit lang mitnehmen, um sie zu studieren. Ferner bietet die SPZ – Bibliothek verschiedene Lehr- und Lernmaterialien an, die den Lehrerinnen angeboten werden.

o    Therapie und Therapiematerialien:
Am SPZ arbeitet eine ausgebildete Kindertherapeutin. Im Rahmen ihrer Arbeit müssen immer wieder spezielle Materialien angeschafft werden. Diese Materialien helfen sowohl im Diagnose – als auch im Therapiebereich. Ferner müssen vorhandene Geräte gewartet und adaptiert werden.
 

o    Web-Seite:
Die Web-Seite des SPZ –Süd wird von Lehrerinnen, Eltern und Interessenten konfrontiert. Seit dem Mai 2002 haben mehr als 20.000 Benützer die Web-Seite frequentiert. Auf der Seite gibt es nicht nur Tipps für Kinder und Eltern, es wurden auch für Schulen die entsprechenden Formulare downloadbar aufgelegt. Diese Seite wird regelmäßig betreut und neu eingerichtet.

o    Vernetzung der Institutionen – Sommerakademie :
Gesponsert vom Kiwans-Club Bad Ischl wird seit 2001 jährlich in der ersten Ferienwoche eine Sommerakademie für besondere Menschen eingerichtet. Menschen mit Behinderungen verschiedensten Grades (zwischen 6 und 30 Jahren) arbeiteten eine Woche lang zusammen mit Künstlern kreativ. Die Ergebnisse wurden in einer Werkmappe veröffentlicht.

Diesem Kurzbericht kann entnommen werden, dass unser Arbeitsfeld weit über den Bereich der Betreuung behinderter Kinder hinausgeht. Unser Einsatz für die Schülerinnen und Schüler unseres Bezirkes ist eng verknüpft mit den uns zur Verfügung gestellten Ressourcen.

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Webseite an: s407101@eduhi.at
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Stand: 28. Oktober 2008

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